66,6 Prozent der Österreicher stimmten am 12. Juni 1992 für den Beitritt in die EU, damals noch EG oder Europäische Gemeinschaft. Die zum Teil sehr emotional geführten Diskussionen auf dem Weg zur Volksabstimmung führten letztlich zu einer mit über 80 Prozent sehr hohen Wahlbeteiligung. Themen wie das Ende des Schillings, der befürchtete Bürokratismus in Brüssel oder auch die Fremdbestimmung Österreichs, standen in der Berichterstattung stärker im Vordergrund als die Vorteile einer wirtschaftlichen Staatengemeinschaft. Die politischen Haltungen zu Europa waren höchst kontrovers. Gegner fürchteten Migrationswellen, eine massive Verkehrszunahme oder auch Einkommensverluste. Das Ergebnis war spannend – vom Burgenland kamen die meisten Ja-Stimmen (74 Prozent), aus Tirol die wenigsten (56 Prozent). Beitritts-Gegner reichten übrigens eine Klage gegen die Entscheidung beim Verfassungsgerichtshof ein, mit der Begründung, dass die Bundesregierung nicht neutral informiert habe, sondern für ein positives Votum geworben hätte. Die Klage wurde abgewiesen. Am 1. Jänner 1995 trat Österreich der EU bei.