Am 15. Juli 1985 lud der damalige Landwirtschaftsminister Günter Haiden (SPÖ) ausländische und inländische Journalisten ins "Seehotel" in Rust am See. Gemeinsam mit der "Österreichwerbung", damals noch "Fremdenverkehrswerbung", präsentierte Haiden die geplante Novelle des Weingesetzes, welche durch den sogenannten "Weinskandal" erforderlich geworden war. Haiden formulierte das Vorhaben so: "Die schwierige Situation, ausgelöst durch die Panscher, bietet nun die Möglichkeit, Bestimmungen zu erlassen, die bei der letzten Novelle am Widerstand der Beteiligten gescheitert waren."

Rasches Handeln war angesagt gewesen, denn Deutschland war schon dabei, die Einfuhr von österreichischen Weinen zu verbieten. Das Burgenland reagierte prompt, und initiierte eine PR-Aktion des burgenländischen Weinhandels gemeinsam mit dem "ORF" und der "3-Sat"-Redaktion. Diese löste begeisterte Reaktionen aus. Bereits knapp nach der Bekanntgabe, dass die ersten 1.000 Einsender, die sich bei der Sendung schriftlich meldeten, eine Flasche burgenländischen Wein erhalten, trafen schon Schreiben aus Deutschland, der Schweiz, Italien und Österreich ein. Tenor der Schreiben: Solidarität mit den Weinbauern und das Versprechen, weiterhin guten burgenländischen Wein zu trinken.