Unter großem Medieninteresse startete am 16. Juli 2007 der Bawag-Prozess. Neun Personen waren angeklagt, die ehemalige Gewerkschaftsbank Bawag u. a. durch Untreue und Bilanzfälschung mit rund 1,4 Milliarden Euro geschädigt zu haben. Der gesamte Verlust, einschließlich der Kosten der Refco-Pleite, der den Bawag-Eigentümer, den Österreichischen Gewerkschaftsbund, zum Verkauf der Bank gezwungen hatte, war jedoch mehr als doppelt so hoch. Die neun angeklagten Personen wiesen zunächst jede Schuld von sich. Der prominenteste Angeklagte war der ehemalige Bawag-Generaldirektor Helmut Elsner. Elsner wurde zur Untreue und Bilanzfälschung zusätzlich auch Betrug, im Zusammenhang mit seiner Pensionsabfindung von knapp sieben Millionen Euro, vorgeworfen. Am 4. Juli 2008 wurden alle Angeklagten schuldig gesprochen und zu teilweise unbedingten Haftstrafen verurteilt. Die in der Bevölkerung und in den Medien als "Bawag-Affäre" benannten Verlustgeschäfte und Machenschaften waren für Laien kaum zu durchschauen. Für Aufsehen erregte jedoch Elsners Swimming-Pool am Dach, seiner günstig von der Bawag erstandenen Wohnung im 1. Wiener Gemeinde-Bezirk – Journalisten kreierten daraus das Wort "Penthouse-Sozialismus", das bereits 2006 zum Wort des Jahres wurde.