Die Berichterstattung über das Grubenunglück von Lassing wurde medial von vielen Menschen mit großer Spannung verfolgt. In Lassing befindet sich die größte bekannte karbonatgebundene Talklagerstätte der Ostalpen. Geologisch zählt sie zu der nördlichen Grauwackenzone der Obersteiermark. Die Lagerstätte umfasst zwei Baufelder, das Nord- und Südfeld, von denen das Südfeld keine Verbindung zur Geländeoberfläche hat. Es ist von ca. 60 Meter Lockergesteinen überdeckt. Am 17. Juli 1998 brach die Firste einer illegal abgebauten Sohle ein, Wasser drang ein und verursachte so einen Schlammeinbruch. An der Oberfläche war dies daran erkennbar, dass ein Haus im Ortsteil Moos, unter dem sich das Bergwerk befand, langsam in der Pinge versank. Der Krater wurde immer tiefer und größer. Insgesamt wurden zwei Häuser zerstört und 18 Häuser beschädigt. Nach dem Unglück wurden einige der Häuser in direkter Nachbarschaft abgetragen.

Ein zehnköpfiger Rettungstrupp versuchte den damals 24-jährigen Bergmann Georg Hainzl aus dem Berg zu holen. Er wurde vermutlich beim ersten Schlammeinbruch in einer Jausenkammer verschüttet. Der telefonische Kontakt zu Hainzl riss jedoch ab. Nach einem weiteren Schlammeinbruch wurde der Krater immer größer. Am 26. Juli 1998 passierte jedoch etwas Unglaubliches. Der Bergmann Georg Hainzl wurde nach neun Tagen praktisch unverletzt aus dem Berg geborgen. Die deutsche Bohrfirma "Angers Söhne" hatte ein Bohrgerät, das genau dafür geeignet war, sich zu Hainzl vorzuarbeiten. Die Rettungsmannschaft wurde jedoch für tot erklärt, sie konnte nicht mehr geborgen werden. Der Talkabbau wurde in Folge stillgelegt. Der Abbau erfolgte zu nahe am Talgrund, vor allem hatte der Werksleiter 1998 für einen Großteil der Abbaufläche keine Genehmigung. Der Werksleiter und der Berghauptmann wurden wegen fahrlässiger Gemeingefährdung verurteilt.