Einsturz der Reichsbrücke - © ÖNB / Goess
Einsturz der Reichsbrücke - © ÖNB / Goess

Der plötzliche Einsturz der Reichsbrücke passierte am 1. August 1976 um fünf Uhr früh. Zu der Zeit waren nur vier Fahrzeuge auf der Brücke unterwegs, ein Lenker starb, alle anderen konnten gerettet werden. Unter Tags war die Reichsbrücke schon damals sehr stark frequentiert. Rasch konnte die Einsturzursache festgestellt werden, es lag an der Konstruktion, die jedoch dem Stand der Technik zum Bauzeitpunkt (1937) entsprach. Bei der letzten Überprüfung im Juni davor waren keine Mängel festgestellt worden.

Der Abtransport der eingestürzten Brückenteile erwies sich als aufwändig, die rund 4.000 Tonnen schweren Fragmente mussten aus der Donau geborgen werden. In dem Bericht des Experten, der die Ursachen des Einsturzes analysierte, wurde festgehalten, dass der Einsturz nicht vorhersehbar war. Ein wesentlicher Einflussfaktor war jedoch, dass die Brücke ursprünglich als reine Hängebrücke konstruiert worden war. Aufgrund des weichen Donaubodens war jedoch eine Verankerung der Ketten nicht möglich, so änderten die Planer kurzer Hand den Entwurf auf eine in sich verankerte Brücke, was nachteilige Auswirkungen auf die Statik des Bauwerks hatte. Der Beton konnte die Konstruktion eines Tages nicht mehr halten.

Die erste "Reichsbrücke" hielt von 1876 bis 1937. Die zweite "Reichsbrücke" wurde 1937 errichtet – als Kettenbrücke mit zwei 30 Meter hohen Pylonen auf zwei Strompfeilern. Sie galt als eines der Wahrzeichen Wiens – gleichwertig mit dem Stephansdom und dem Riesenrad. Sie überdauerte den Zweiten Weltkrieg und war 1945 die einzige Verbindung über die Donau. Die heutige "Reichsbrücke" überquert zudem die Donauinsel, die Neue Donau und ist die Verbindung vom 2. und dem 22. Bezirk. Am 8. November 1980 wurde die Eröffnung der neuen Wiener Reichsbrücke gefeiert.