Gerhard Tötschinger starb am 10. August 2016 in Salzburg. Er war Schauspieler, Intendant, Autor und Regisseur – und der langjährige Lebensgefährte der Schauspielerin Christiane Hörbiger. Er verfasste mehrere Bücher und war bis kurz vor seinem Tod auch auf der Bühne zu sehen. Tötschinger wurde am 26. Juni 1946 in Wien geboren. Er studierte Theaterwissenschaften und Kunstgeschichte. Doch bald orientierte er sich neu und nahm Sprech- und Schauspielunterricht bei Zdenko Kestranek und Gesangsunterricht bei Arthur Karg-Bebenburg. 1966 feierte er bei den Sommerspielen auf der Burg Liechtenstein in Maria Enzersdorf in Niederösterreich seine erste Premiere. Ab diesem Zeitpunkt ging es mit seiner Karriere steil bergauf – er arbeitete am "Volkstheater" in Wien wie auch am "Bayrischen Hof" München, im "Theater am Hechtplatz" in Zürich oder dem "Theater am Zoo" in Frankfurt am Main. Viele Jahre war er der Oberspielleiter am "Stadttheater Klagenfurt". Seine Liebe zu Salzburg führte ihn dann in die Festspielstadt, wo er bis 1994 das "Fest in Hellbrunn" leitete. Bald darauf übernahm er als künstlerischer Leiter das Festival "Arteuropa" in Todi in Umbrien. Tötschinger schrieb auch einige Bücher, vor allem mit Italienbezug wie u. a. "Viva l'Italia. Erlebtes, Erdachtes, Erlesenes" oder "Mörderisches Venedig. Die dunkle Seite der Serenissima". Von 1999 bis 2001 wirkte Tötschinger bei den "Sommerspielen Perchtoldsdorf". Aber auch für das Fernsehen war er aktiv – aus seiner Feder stammen einige Serien aus den 70er- und 80er-Jahren wie z. B. "Quiz in Rot-Weiß-Rot" oder "Dialoge mit Herodot". Ab 2009 war Tötschinger für die ÖVP Mitglied im ORF-Publikumsrat und im ORF-Stiftungsrat sowie ab 2011 im Kulturbeirat von ORF III. 2011 erhielt er das "Goldenen Verdienstzeichen des Landes Wien".