Die 1947 in Deutschland geborene und in Wien aufgewachsene Ilona Gusenbauer verblüffte bereits als Zwölfjährige ihren Sportlehrer: Ohne besonderem Wissen in puncto Sprung-Technik übersprang sie bei einem Sportfest mühelos die Höhe von 1,45 Meter. 1966 wurde die Leichtathletin erstmals Österreichische Staatsmeisterin im Hochsprung. Ab dann folgte eine Reihe an Erfolgen. Insgesamt erreichte sie 16-mal den Staatsmeisterin-Titel. Am 4. September 1971 gelang ihr der Weltrekord im Hochspringen der Damen – mit 1,92 Metern. Wenige Tage zuvor war sie aus Helsinki, mit einem Sprung über 1,87 Meter, als Europameisterin nach Österreich zurückgekommen. Den Weltrekord schaffte sie im Rahmen des Sportpressefestes im Wiener Praterstadion. Damit "übersprang" sie den seit zehn Jahren bestehenden Weltrekord der Rumänin Iolanda Balas um einen Zentimeter.

Ilona Gusenbauer wurde Sportlerin des Jahres 1971, 1996 erhielt sie das "Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich", 2013 wurde sie im Rahmen der Verleihung der "Wiener Sportstars" im Wiener Rathaus für ihre sportliche Lebensleistung ausgezeichnet. Ihre Karriere hatte sie 1976 aufgrund eines Sehneneinrisses beendet.

Gusenbauers Weltrekord-Sprung wurde von tausenden Zuschauern bejubelt – die auch das Fußball-Länderspiel Österreich gegen Schweden besuchten. Österreich gewann dieses Match übrigens mit 1:0.