Begnadeter Harry Pepl - © Privataufnahme
Begnadeter Harry Pepl - © Privataufnahme

Harry Pepl wurde am 10. September 1945 in Wien geboren. Er wuchs mit einem sehr breiten Musikrepertoire auf – seine Tante, bei der er wohnte, hörte nur Opern – der Vater hingegen eher Count Basie, die Großmutter liebte Schrammelmusik. Der Rektor der Musikuni Graz, Otto Kolleritsch, bezeichnete ihn bereits als Student als einen begnadeten Gitarristen und eine Ausnahmeerscheinung. Er spielte schon bald mit internationalen Größen wie Benny Goodman, Dave Holland, Wolfgang Puschnig, Richard Österreicher oder Dino Saluzzi. Aber er war auch bei internationalen Festivals vertreten, u. a. in Montreux, bei den Berliner Jazztagen oder in Saalfelden.

Pepl absolvierte "Klassische Gitarre" an der "Universität für Musik und darstellende Kunst" in Wien. Seine Liebe und Begeisterung für Jazz entwickelte er jedoch ohne weiteren Unterricht. Seine ersten Gigs spielte er mit Harald Neuwirth und dem Sextet von Erich Kleinschuster, bald zählte er auch zur ORF-Bigband. Bekannt wurde Pepl letztlich mit "Pirchner-Pepl-JazzZwio", in dem er mit Werner Pirchner spielte. Ab 1977 unterrichtete er bis 1995 an der "Universität für Musik und darstellende Kunst" in Graz. Mit über 50 lernte er noch Klavier und Schlagzeug. Einer seiner letzten Aussprüche war der Satz "Jetzt, wo ich alles spielen kann, was ich will, darf ich nicht mehr." Er starb mit 60 Jahren in einem Spital in Wiener Neustadt. Er hatte hohen Blutdruck – erwähnte das auch immer, fast wie ein Markenzeichen. Den Blutdruck der Fans beschleunigten seine Konzerte – ohne Pause und immer mit 150-prozentigen Einsatz. Einige seiner Schüler bereitete er auf einen erfolgreichen Karriereweg vor: Wolfgang Muthspiel, Peter Havlicek oder Guido Jeszenszky haben bei ihm studiert.