Trotz strömendem Regen kamen an die 300.000 Gläubige in den Donaupark in Wien, um Papst Johannes Paul II. sehen und sprechen zu hören. Er lobte Österreich – für seinen Beitrag zur Friedenssicherung und seine Bemühungen zur Verständigung zwischen den Nationen und Machtblocken. Bereits in den frühen Morgenstunden trafen die ersten Papst-Fans ein. Am Vormittag zelebrierte Johannes Paul II. eine Messe. Am Nachmittag besuchte er Bundespräsident Rudolf Kirchschläger.

Das von der Stadt befürchtete Verkehrschaos blieb zwar aus, sogar das Wiener Kanalnetz wurde lückenlos überwacht, allerdings gab es einige kleinere Zwischenfälle. Am "Heldenplatz" regelte das Organisationskomitee sehr strikt den Zutritt während der Vorbereitungsarbeiten für das Eintreffen des Papstes am Nachmittag – so strikt, dass auch Sicherheitsbeamte, die ihren Ausweis zeigten, nicht eingelassen wurden. Es gab gesonderte Akkreditierungen, die die Beamten nicht besaßen. Für kurzfristige Aufregung sorgte ein Mann, der sich über die Absperrungen auf den Papst stürzte. Der offensichtlich unheilbar kranke Mann wollte ihn "nur berühren" – da er sich durch einen Kontakt mit dem "Heiligen Vater" Heilung versprach. Aber es gab auch kleine Attacken: Ein Bundesheerwachtmeister warf ein Weinglas nach dem Papamobil, dem Auto des Papstes – die Polizei schritt sofort ein, die Menge war jedoch schneller und schlug den "Attentäter" krankenhausreif.