Sissy Löwinger verstorben - © APAweb / Harald Schneider / picturedesk.com
Sissy Löwinger verstorben - © APAweb / Harald Schneider / picturedesk.com

Die österreichische Schauspielerin Sissy Löwinger wurde 1940 – angeblich während einer Tournee ihrer Eltern Liesl und Paul Löwinger – in Graz geboren. Das Leben auf der Bühne war ihr quasi in die Wiege gelegt. Tatsächlich stand Cäcilia "Sissy" bereits mit fünf Jahren, gemeinsam mit ihrer Familie, auf der "Löwinger-Bühne". Die Löwingers gelten als eine der ältesten, österreichischen Theaterfamilien. Sissy lernte früh Klavier und Ziehharmonika, später arbeitete die quirlige und wandelbare Schauspielerin auch als Regisseurin und Theaterleiterin der Löwinger-Bühne. Ursprünglich wollte Sissy Pianistin werden – mit 14 entschied sie sich jedoch für den Beruf Schauspielerin. Sie brach ihre Schulausbildung ab und ging in Schauspiel-, Gesangs-, Literatur- und Sprachunterricht bei Dorothea Neff. Der Solotänzer Willy Fränzl lehrte sie tanzen. Das "Tanzinstitut Fränzl" gründete 1927 sein Bruder und Ballettmeister Rudi Fränzl. Sissy absolvierte die Bühnenreifeprüfung. Professor Rittersheim schulte sie im Gesang.

Parallel zu ihrer umfangreichen Ausbildung erhielt Sissy Löwinger in der traditionsreichen "Löwinger-Bühne" Theaterroutine. Durch die Produktionen des Theaters als Fernsehaufzeichnungen im ORF, die heute nahezu Kultstatus genießen, etablierte sich Sissy Löwinger als eine der populärsten Schauspielerinnen im deutschsprachigen Raum. An der Seite ihres Vaters Paul Löwinger und ihrer Tante Gretl spielte sie in zahlreichen Volksstücken. Sissy gestaltete auch das Programm der Bühne wesentlich mit, führte Regie, schrieb einige Stücke unter den Pseudonymen Helmut Haupt bzw. Justus Schaub und organisierte Gastspielreisen durch Deutschland und die USA. Gespielt wurden aber auch bearbeitete Stücke von Anzengruber, Shakespeare und Molière. 1988, nach dem Tod des Vaters, übernahm sie gemeinsam mit ihrem Bruder Paul das Theater. Sie trat über 7.000 Mal auf, u.a. auch in der "Freien Bühne Wieden", der "Volksoper", in Filmen wie "Immer Ärger mit den Paukern", "Frau Wirtin hat auch eine Nichte" oder "Auf der Alm da gibt's koa Sünd" sowie in "Tohuwabohu". 1996 wurde sie Co-Direktorin im Zirkus Althoff-Jacobi, doch bereits 1997 tourte die Löwinger-Bühne wieder durch Österreich. Sissy war drei Mal verheiratet, u.a. mit Peter Rapp, zuletzt mit Hans-Peter Blechinger, mit dem sie bis zu ihrem unerwarteten Tod – sie starb an einer Lungenembolie – in Altlengbach lebte. 2002 erhielt sie das "Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Stadt Wien" und kurz darauf das "Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst". 2016 wurde im 10. Bezirk in Wien der "Sissy-Löwinger-Weg" nach ihr benannt.