Helmut Qualtinger stirbt in Wien - © ÖNB
Helmut Qualtinger stirbt in Wien - © ÖNB

Helmut Gustav Friedrich Qualtinger wurde 1928 in Wien geboren. Sein Vater war Lehrer für Mathematik, Physik und Chemie. Geprägt vom nationalsozialistischen Vater ging Qualtinger bald seinen eigenen Weg. Er gründete als Gymnasiumschüler gemeinsam mit Walter Kohut das Jugendtheater "Mozart-Bühne". Ihre erste Aufführung hieß "Nur keck!" nach Johann Nestroy. Der Schriftsteller Heimito von Doderer besuchte die Vorstellung und sprach dem jungen Qualtinger Mut zu, seinen Theater- und Schauspielweg weiter zu verfolgen. Qualtinger studierte zunächst jedoch Medizin und Publizistik, brach das Studium jedoch bald ab und startete mit seiner Schauspielausbildung am Max-Reinhard-Seminar in Wien. Doch seine ersten Versuche in Theatern in Wien und Graz missglückten. Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete Qualtinger als Journalist.

Ab 1947 hatte er seine ersten Auftritte als Kabarettist. Fortan sorgte er mit seinen Ideen und Stücken immer wieder für Aufregung und Proteste wie beispielsweise mit seiner Darstellung der Verelendung der österreichischen Nachkriegsjugend bei der Premiere "Jugend vor den Schranken" in Graz. Das Theaterstück wurde sofort abgesetzt. Doch Qualtinger hielt an seiner Leidenschaft fest und wurde Schauspieler, Schriftsteller, Kabarettist und Rezitator an verschiedenen Theatern und Kabarettbühnen. U. a. spielte er bei dem sogenannten "Namenlosen Ensemble", das von Gerhard Bronner als Pendant zum Simpl gegründet wurde. Mit dabei waren Carl Merz, Louise Martini, Peter Wehle, Georg Kreisler und Michael Kehlmann. Langsam wurde Qualtinger bekannt – vor allem mit seinen "Travnicek-Dialogen", gemeinsam mit Bronner.

Den Durchbruch schaffte Qualtinger mit dem "Herrn Karl", ein Ein-Mann-Stück. Der "Herr Karl" brachte ihm wiederum viel Ärger ein, Qualtinger stellte den Durchschnittsbürger als Mittäter dar. Neben Liedern wie "Der Papa wird´s scho richten" – eine Anspielung auf die versuchte Vertuschung eines Autounfalls des Sohnes des damaligen Nationalratspräsidenten Felix Hurdes, war er auch fleißig als Schriftsteller und mit Lesungen unterwegs. Er war in vielen Theaterrollen zu sehen und ebenso in Filmen, zuletzt als Mönch in dem Film "Der Name der Rose". Es war sein letzter Film, Qualtinger erkrankte schwer und starb mit nur 57 Jahren in Wien. Er wurde in einem Ehrengrab der Stadt Wien auf dem Zentralfriedhof bestattet. Der Gemeindebau im 19. Bezirk, in dem er einige Jahre lebte, erhielt den Namen "Helmut-Qualtinger-Hof" und im 3. Bezirk, im "Media Quarter Marx", trägt eine Straße seinen Namen.