500 Jahre Grinzing - © ÖNB / Holluber, Franz
500 Jahre Grinzing - © ÖNB / Holluber, Franz

Die Gemeinde Grinzing war bis 1892 eigenständig. Heute ist Grinzing ein Stadtteil Wiens im 19. Bezirk. Der Ursprung des Namens Grinzing wird mehrfach erklärt. Er bezeichnet die Zugehörigkeit von Menschen zu einem Sippenoberhaupt – mit dem Namen "Grinzo". Das Bezirksmuseum Döbling spricht von der Herleitung über das Wort "rinnen" – Siedlung am Gerinne". Grinzing ist erstmals im Jahr 1114 urkundlich belegt. Der Stadtteil erlangte Berühmtheit einerseits durch seinen Weinbau, als auch durch seine idyllische Lage und seinen historischen Bestand. Neben den traditionellen Heurigen sind vor allem die "Grinzinger Pfarrkirche" und die "Kaasgrabenkirche" bekannt. Im nahe gelegenen Wienerwald gibt es einige Ausflugsziele wie die "Habsburgwarte" auf dem Hermannskogel, das "Krapfenwaldl" (Bad), die Höhenstraße oder das Restaurant "Cobenzl am Reisenberg". Einige prominente Namen finden sich auf dem Grinzinger Friedhof, u. a. Gustav Mahler, Alma Mahler-Werfel, Attila Hörbiger, Paula Wessely, Peter Alexander, Heimito von Doderer, Ida Krottendorf und Thomas Bernhard.

In die aus der Mitte des 15. Jahrhundert stammenden "Pfarrkirche Grinzing" lockt vor allem die Orgel viele Besucher an. Die Kirche verfügte bis 1829 über ein barockes Brüstungspositiv mit vier Registern – angeblich spielten Beethoven und Schubert bereits auf dieser Orgel. 1829 wurde der Orgelmacher Christoph Erler beauftragt, das Instrument um ein zusätzliches Hauptwerk und Pedal, auf elf Register zu erweitern. 1857 wurde die Orgel auf 15 Register vergrößert – doch ab dann verfiel sie. Erst 1997 wurde sie auf Initiative des Orgelbauers Peter Maria Kraus komplett originalgetreu restauriert.

Immer wieder gibt es Ideen, die Lebensqualität von Grinzing zu steigern – für den Grinzinger Platz inklusive Himmelstraße und Cobenzlgasse sollten auf die besondere städtisch-ländliche Übergangssituation im Ortskern von Grinzing eingegangen werden. Im Leitbild Grinzing ist der Erhalt von Grinzing "als Wein- und Heurigenort mit seinen Kulturgütern und der umgebenden Kulturlandschaft – den Weingärten" festgeschrieben.