Eine österreichische Himalaya-Expedition  - © ÖNB
Eine österreichische Himalaya-Expedition  - © ÖNB

Dem Bergsteiger und Reiseschriftsteller Herbert Tichy gelang am 19. Oktober 1954 im Rahmen einer Himalaya-Expedition als Erstem, den 8.153 Meter hohen "Cho Oyu" zu besteigen. Tichy bezwang den sechsthöchsten Berg der Welt völlig ohne zusätzlichen Sauerstoff gemeinsam mit dem Tiroler Sepp Jöchler und dem Sherpa Pasang Dawa Lama. Tichy wurde am 1. Juni 1912 in Wien geboren – er starb am 26. September 1987. Er verfasste neben seiner Arbeit als Journalist zahlreiche Bücher, u. a. auch Jugendromane. Nach der Matura studierte er zunächst Geologie. Bereits in den 30er-Jahren unternahm er waghalsige Reisen, 1935 versuchte er die Erstbesteigung des Gurla Madhata in Indien. Er promovierte in Geologie und reiste 1938 nach Alaska. Sein Interesse galt stets dem einfachen Leben asiatischer Völker und der Freiheit des unabhängigen Reisens. 1953 gelang ihm mit drei Sherpas die erste Durchquerung Westnepals. Die Erstbesteigung des "Cho Oyu" war ein internationaler Erfolg – Tichy erlitt dabei schwere Erfrierungen an den Händen und büßte einen Finger ein. Im 18. Bezirk in Wien erinnert der "Tichyweg" an ihn. Seine zahlreichen Forschungsreisen bildeten für viele Historiker eine wichtige Grundlage. Tichy wurde mit dem "Karl-Renner-Preis" ausgezeichnet, er erhielt u. a. den Jugendbuchpreis der Stadt Wien, den "Österreichischer Staatspreis für Kinder- und Jugendliteratur", das "Großes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich" wie auch das "Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien".