Die letzte Fahrt auf den Gaisberg - © ÖNB / Nüchtern
Die letzte Fahrt auf den Gaisberg - © ÖNB / Nüchtern

Von 1887 bis 1928 fuhr eine Zahnradbahn auf den Gaisberg in Salzburg. Initiiert, geplant und gebaut wurde die Bahn von dem Salzburger Hotelier Joseph Cathrein, dem Wiener Joseph Tauber und der Berliner Firma "Svenderop & Ciel", die bereits zwei Bahnen in Deutschland errichtet hatte. Die Bahn fuhr vom Bahnhof Parsch auf den Gaisberg – jeweils von Mai bis Ende Oktober, betrieben wurde sie von der "Gaisbergbahn AG". Zuvor führte ein Sessellift vom Residenzplatz auf den Gaisberg.

Das Prozedere, um überhaupt eine Zahnradbahn errichten zu dürfen, war mit viel Bürokratie verbunden: Es musste zuerst beim Handelsministerium um eine Errichtungskonzession angesucht werden. Im Anschluss wurde dann die Salzburger Landesregierung vom Ministerium offiziell mit dem Bau beauftragt. Mit der Erteilung der Konzession durfte mit dem Bau begonnen werden. Am 25. Mai 1887 wurde die "Gaisbergbahn" feierlich eröffnet – gleich in der ersten Saison wurden 40.000 Touristen, 180 Tonnen Gepäck und diverse Güter befördert. Die Zahnradbahn wurde nach dem Prinzip der "Vitznau-Rigi-Bahn" in der Schweiz gebaut. Sie verfügte über fünf Dampflokomotiven mit Kohlefeuerung, wobei die ersten vier von der deutschen Maschinenfabrik Esslingen geliefert wurden und die fünfte von der Lokomotivfabrik Wien-Floridsdorf, die zugleich die erste in Österreich gebaute Zahnradbahn-Lokomotive war. Diese kann heute im Salzburger Freilichtmuseum besichtigt werden. Zudem wurde auch das "Hotel Gaisbergspitze" von der "Gaisbergbahn AG" gebaut, das allerdings 1939 abbrannte.

Der Bau der Gaisberg-Höhenstraße beendete die Ausflugsmöglichkeit mit der Zahnradbahn – am 30. Oktober 1928 fuhr sie zum letzten Mal, zwei Jahre später wurde die Bahn abgebaut. Zwei Stationsgebäude, die in Privatbesitz sind, gibt es heute noch: die "Judenbergalm" und "Zistelalm".