Baubeginn der Wiener U-Bahn - © Wiener Linien
Baubeginn der Wiener U-Bahn - © Wiener Linien

Heute gehört das umfangreiche U-Bahnnetz Wiens wie selbstverständlich zum Stadtbild. In den 60er und 70er-Jahren sorgte der Plan, eine U-Bahn zu bauen, für heftige Diskussionen im Gemeinderat. Die Wiener Stadtbahn gab es seit dem Ende des 19. Jahrhunderts. Bis in die 20er-Jahre fuhr diese mit Dampflokomotiven betriebene Bahn: Es gab die Vorortelinie, die Gürtellinie, die Wientallinie, die Donaukanallinie und die Verbindungsbahn.

In London gab es bereits seit 1863 eine U-Bahn, wenige Jahre später wurde in Budapest eine U-Bahn errichtet. Wien ist übrigens die Stadt mit den meisten U-Bahnplänen – denn bereits seit den 1840er-Jahren wurden immer wieder Ideen für eine unterirdische Eisenbahn dem Gemeinderat vorgelegt. U. a. entwarf auch Karl Ritter von Ghega bereits ein Gürtelbahn-Projekt.

Ende der 1960er Jahre kam es endlich zu einer Einigung im Gemeinderat – für mehrere Etappen und den endgültigen Baustart am 3. November 1969 am Karlsplatz. Die erste vollständige Linie, die U1, fuhr vom Reumannplatz zum Praterstern. Bis 1982 erfolgte der Ausbau des sogenannten Grundnetzes der Wiener U-Bahn mit der Linie U1, U2 und U4. Zum großen Teil wurden die Strecken der Stadtbahn und die von Otto Wagner entworfenen Stationen weiterverwendet – die bis heute zu architektonischen Highlights der österreichischen Hauptstadt zählen.

Die erste U-Bahn wurde 1978 eröffnet. Bis dato gibt es fünf U-Bahn-Linien (U1, U2, U3, U4 und U6), das U-Bahnnetz ist rund 83 Kilometer lang. Bis 2028 soll es eine Verlängerung der U2 und der U5 geben, letztere soll ab 2024 zur Verfügung stehen. Die U-Bahn wird von der Verkehrsgesellschaft "Wiener Linien GmbH & Co KG" betrieben, ein Unternehmen der Stadt Wien.