Der Welser Andreas Gruber hat im mehrfach ausgezeichneten Streifen das Schicksal der Ausbrecher des KZ-Mauthausen von 1945 verfilmt. Sie wurden nicht von der SS, sondern von der Zivilbevölkerung im Mühlviertel "wie Hasen abgeknallt". - © absolut Medien
Der Welser Andreas Gruber hat im mehrfach ausgezeichneten Streifen das Schicksal der Ausbrecher des KZ-Mauthausen von 1945 verfilmt. Sie wurden nicht von der SS, sondern von der Zivilbevölkerung im Mühlviertel "wie Hasen abgeknallt". - © absolut Medien

Im Februar des Jahres 1945 - es lag Schnee - gingen mein Bruder Pep und ich zu einem Gebäude in der Nachbarschaft, das heute nicht mehr steht. Wir besuchten die Anwohner dort öfters.

An diesem einen Tag aber kamen zwei Männer mit zwei Häftlingen von Schwertberg her. Die Häftlinge hatten nur einige Fetzen aus gestreiftem Häftlingsgewand um die Füße gewickelt. Damals war in der Nähe des Hauses nach dem Bahnübergang ein Bahngraben - heute ist dort alles eben. Und dann - das muss man sich vorstellen - meinte der Bewohner des Hauses: "Schiaßt ses nieda!"

Mein Bruder und ich sind stehen geblieben. Ich war damals sechs Jahre alt und habe am ganzen Körper gezittert. Ich weiß nur mehr, dass es kurz darauf geknallt hat.

Maria Gallistl (geb. 1938),

Altbäuerin,

4310 Mauthausen