Wehrdienstbuch Peter Jürß. Die Brille sorgte für Verwechslung und Situationskomik. - © Privat
Wehrdienstbuch Peter Jürß. Die Brille sorgte für Verwechslung und Situationskomik. - © Privat

Helme beim Bundesheer abzuschaffen, wäre wahrlich eine gute Sache.

Während meines Präsenzdienstes an der Militärakademie (MilAk) gab es gleichzeitig einen gewissen Stransky (von Stranitzky). Dieser war gleich groß wie ich, hatte ebenfalls eine schwarz gerandete Brille, jedoch dunkle Haare. Meine Haare waren damals blond. Unter dem Helm sah man jedoch den Unterschied nicht und wir standen aufgrund der selben Größe in der Reihe immer nebeneinander.

Da begab es sich, dass ein Unteroffizier uns in Reih’ und Glied Verharrenden einmal etwas erklären wollte. Dann brüllte er laut und barsch: "Haben sie das verstanden, Stransky!" - Und sah dabei mich an. Darauf sagten der Stransky und ich im Chor: "Jawohl!" Der Unteroffizier wusste danach noch immer nicht, wer der richtige Stransky ist.

Ein anderes Mal waren der Stransky und ich gleichzeitig zum Wachdienst eingeteilt. Das war keine gute Idee.

Der Stransky als UvT (Unteroffizier vom Tag) im ersten Stock auf der anderen Seite der MilAk. - Ich beim vorderen Tor.

Da kam plötzlich der erwähnte Unteroffizier auf mich zu und sagte: "Jetzt habe ich Sie doch gerade erst oben gesehen, Stransky!" Ich war momentan perplex und wusste nicht sofort, was ich jetzt sagen sollte und so sagte ich halt: "Das ist der andere Stransky." Der Unteroffizier begab sich weiter fort.

Bald darauf wurde ich nach Wien an die Stabsakademie (spätere Landesverteidigungsakademie) versetzt, obwohl ich dafür gar nicht vorgesehen war. Wahrscheinlich wollten sie mich loswerden.

Ohne Stahlhelme aber hätte es solche Probleme erst gar nicht gegeben.

Peter Jürß (Jg. 1943),

Pensionist,

1160 Wien