Der Schauspieler Theo Lingen wollte 1955 das Philadelphia-Kino in Wien-Meidling kaufen. Er hätte aber mit dem Lichtspieltheater auch das Haus Wilhelmstraße 68 mitkaufen müssen, in dessen Hof sich die Rückseite des Kinos befand. Deshalb kam er damals zu meiner Großmutter, die Hausbesorgerin des 68er-Hauses war. Er ließ sich das Gebäude und die Rückseite des Kinos zeigen.

Da aber beide Objekte in keinem sehr guten Zustand waren, nahm er Abstand vom Kauf. Er hätte zu viel investieren müssen. Leider - denn wenn er es gekauft hätte, gäbe es dieses Kino bzw. Theater heute noch!

Nicht das allgemeine Kinosterben, das in Wien erst später eintrat, war schuld am Ende des "Philadelphia-Kinos", sondern der desolate Zustand des Hauses machte eine Schließung und Abtragung notwendig.

Der Kinoliebling Theo Lingen. - © Ullstein Bild/picturedesk.com
Der Kinoliebling Theo Lingen. - © Ullstein Bild/picturedesk.com

Heute würde wahrscheinlich ein solches "Veranstaltungszentrum", mit dieser günstigen Verkehrslage und unmittelbarer Anbindung an das Wiener U-Bahn-Netz sowie weitere 15 Verkehrslinien, sein wirtschaftliches Auslangen finden.

Franz Gradwohl (Jg. 1944),

Kfm. Angestellter,

1230 Wien