Innsbruck blieb unserer Leserin Christine Kainz in besonderer Erinnerung. - © WEKWEK/Getty
Innsbruck blieb unserer Leserin Christine Kainz in besonderer Erinnerung. - © WEKWEK/Getty

Es war ein einprägendes Erlebnis im Jahr 1972: Mein damaliger Mann und ich machten in unserem Auto - einem Lada - eine sogenannte Städterundreise durch unser schönes Österreich. In der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck angekommen, wollten wir zusammen die Altstadt im Zentrum besuchen.

Nachdem wir nach einigem Suchen endlich einen Parkplatz gefunden hatten, bot in der Nähe ein Maroni-Brater seine wohlriechenden Waren an. Ein Stanitzel seiner Maroni war schnell erstanden und so gingen wir gemeinsam über die Innbrücke der Altstadt zu.

Da kam uns ein Schulmädchen entgegen. Es wird etwa acht Jahre alt gewesen sein. Ihr Blick hing derart sehnsuchtsvoll an meinem Stanitzel, dass ich ihr umgehend eine Maroni anbot, welche sie auch hocherfreut annahm. Das animierte mich dazu, dass ich dem Mädchen gleich das ganze Stanitzel Maroni schenkte.

Es war für mich unglaublich, wie sehr dieses Mädchen seine Freude und seine Dankbarkeit ausdrücken konnte. Es bleibt mir wohl für immer unvergessen.

Immer wieder drehten wir uns um und sie winkte uns immer wieder zu. Lange, sehr lange, tat sie das. Das Mädchen hatte schon längst die Brücke wieder verlassen, als sie uns noch immer zuwinkte, so lange, bis wir uns schließlich ganz aus den Augen verloren hatten.

Es ist letztlich nur eine kleine Episode gewesen, aber das Mädchen hatte mit ihrer freundlichen Art für den Innsbrucker Tourismus wohl mehr getan als so mancher Manager. Gerne würde ich dieses Mädchen von damals wieder einmal irgendwo treffen, um vielleicht in einem Café unsere Erinnerungen gegenseitig austauschen zu können.

Christine Kainz (Jg. 1949),

Buchhändlerin i. R.,

1120 Wien