Von 1967 bis 1991 gab es in den Städten Politessen. - © LPD Wien
Von 1967 bis 1991 gab es in den Städten Politessen. - © LPD Wien

"Politessen" gab es in Wien schon seit 1967. Sie wachten aber nur über Kurzparkzonen. "Richtige" Polizistinnen, die in ihren Aufgaben den männlichen Kollegen gleich gestellt wurden, gibt es seit 1991. Im November wurden die ersten 21 Frauen nach fundierter Ausbildung in Anwesenheit des Innenministers Franz Löschnak in der Marokkanerkaserne ausgemustert.

Löschnak zeigte sich überzeugt, dass Frauen in Bürgerkontakt und Einsatz deeskalierend, feinfühlig sowie besonders praktisch und lebensnah agieren würden. Er sollte recht behalten. Weibliche Ordnungshüter stehen erfolgreich ihre Frau und sind heute insbesonders bei Einsätzen, wo Familien, Frauen und Kinder betroffen sind, nicht mehr wegzudenken.

Der Bericht eines Zeitzeugen aus Ottakring findet hier weniger wegen seiner Repräsentativität, sondern vielmehr wegen unglaublicher Originalität Eingang in diese Anekdotensammlung: "Zu den sichtbaren Zeichen der Emanzipation zählt die Zunahme der Zahl der Polizistinnen. So folgte man auch in Ottakring dem Zug der Zeit. Da kam eines Tages eine resolute Dame in das Wachzimmer des Kommissariates in der Ottakringer Straße/Wattgasse, um eine Vermisstenanzeige zu erstatten. Ihr Mann sei schon drei Tage abgängig. Länger als zwei Tage sei er noch nie ausgeblieben!

Die diensthabende Polizistin ersuchte nach der Aufnahme der ,Nationale‘ und um eine Personenbeschreibung. Die ergab folgendes Bild: Körperbau klein, dickbauchig und gedrungen. Haarfarbe: Glatze, Teint - aschfahl, Gebiss - zahnlos. Da unterbrach die Polizistin mitfühlend: ,Sie - wissen S’ was - am besten ist, wir suchen eam gar net!‘"

Prof. Ferry Kovarik (Jg. 1941),

Ottakringer Original, Buchautor,

1160 Wien