- © ÖNB-Bildarchiv
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Für viele Österreicher ist Ö3 der Lieblingssender in Sachen Popmusik. Doch es gab auch einen Tag, an dem der Sender nur klassische Musik spielte.

Im April 1974 starb der amtierende Bundespräsident Franz Jonas. Und wie es in solchen Fällen üblich war, wurde von der Regierung Staatstrauer verhängt. Dies hatte am 29. April 1974 nicht nur zur Folge, dass die Fahnen auf halbmast wehten und öffentliche Gebäude mit schwarzen Flaggen dekoriert wurden, auch das TV- und Radioprogramm wurde entsprechend verändert. Für Ö3 hieß es, einen Tag lang Trauermusik zu spielen, klassische natürlich. Denn der Unterschied zwischen E- und U-Musik war 1974 noch in Stein gemeißelt. Für die Jugend gab es in einer Zeit ohne Internet, iTunes und Walkman nur wenig Alternativen.

Tausende säumten die Straßen , als der Katafalk mit Franz Jonas zu Grabe gebracht wurde. - © Barbara Pflaum/Imagno/picturedesk.com
Tausende säumten die Straßen , als der Katafalk mit Franz Jonas zu Grabe gebracht wurde. - © Barbara Pflaum/Imagno/picturedesk.com

Der eigene Kassettenrekorder oder/und Plattenspieler diente als Ö3-Ersatz, um etwa den damaligen Nummer-1-Hit "Seasons In The Sun" von Terry Jacks zu hören. Ein Song, der durchaus angemessen gewesen wäre für den Trauertag, handelt es sich dabei um die Cover-Version von Jacques Brels "Le Moribond".

Francesco Campagner (Jg.1964),

Redakteur der
"Wiener Zeitung", 1030 Wien