Wir wohnten direkt beim Hörndlwald. Die Häuser sind noch heute geradlinig wie in einem Straßendorf angelegt. Nach dem Krieg, wenn am Sonntag Fußballspiele übertragen wurden, war lautes Geschrei aus den Häusern zu hören, wenn Tore geschossen wurden. Aus allen Volksempfängern war auch das Gejohle der Stadionbesucher zu hören. Lautstarke Kommentare durchzogen unsere Straße. Die Männer brüllten ihre Meinungen über die Zäune, nach den Spielen wurde noch lange diskutiert. Es war ein schönes Gemeinschaftsgefühl unter ihnen.

Später, als Schüler, hörte ich automatisch mit, welche Sendungen bei meinen Eltern beliebt waren. Manches hörte ich gern, etwa die Musik von Hans Lang und Maria Andergast. "Ein Gruß an Dich" gefiel mir weniger, weil ich immer vergeblich wartete, dass meine Mutter auch eine Gratulation mit Musikstück bekäme. Mein Vater war (sicher auch aufgrund seiner schweren Verwundung) ein verschlossener und ernster Mensch. Umso mehr freute ich mich, wenn an bestimmten Tagen die "Löwinger Bühne" ausgestrahlt wurde und Vater herzlich lachte. Da ging einmal Sepp Löwinger als Vater von Sohn Paul für ihn auf Brautschau. Paul lamentierte im Dialekt: "Voda, gemma wieda hoam. Du host as leicht ghobt, du host die Mutta gheirat, oba i soi a fremde Frau heiraten."

Hermann Greller (Jg. 1937),

ehem. Kaufmann,

1130 Wien