Schwimm- Meisterin Idy Kohn und Autor Torberg in Sportkluft. - © Hakoah
Schwimm- Meisterin Idy Kohn und Autor Torberg in Sportkluft. - © Hakoah

Die 1909 gegründete "Hakoah" ist ein jüdischer Sportverein, der aus mehreren Sektionen besteht. Im Laufe der Geschichte des Vereins erzielten Mitglieder große Erfolge. Hervorzuheben ist der Meistertitel im österreichischen Profifußball 1925. Aus der Sektion Wasserball ging wohl der bis heute bekannteste Sportler des Vereins hervor: Friedrich Torberg.

Unmittelbar nach dem "Anschluss" wurde die "Hakoah" von den Nationalsozialisten zerschlagen. Es sollte fast auf den Tag genau 70 Jahre dauern, bis sie auf einem Drittel des einstigen Areals in Wiens Prater zurückkehrte. Es ist einem glücklichen "Zufall" zu verdanken, dass ich schon bei der Rohbaugleichenfeier dabei sein konnte. Ich hatte mich als Fitnesstrainer beworben und erfuhr in einem Gespräch vom Ereignis. Ich kann mich noch gut erinnern, mit welcher Freude die Feier begangen wurde. Es gab eine kleine Führung durch das noch unfertige Sportzentrum und hernach wurde köstliches Essen gereicht.

Am 11. März 2008 dann also die Festivität der Rückkehr. Die geladenen Gäste wurden Zeugen einer einzigartigen Veranstaltung. So viele Jahre hatte die "Hakoah" auf ihre Rückkehr in den Wiener Prater warten müssen, und ich war mir dessen bewusst, welche enorme Bedeutung dies für die Geschichte des Vereins hat. Dass ich einer der Gäste war, verdankte ich wiederum meiner Teilnahme an der Rohbaugleichenfeier.

Die Atmosphäre im Festsaal war sehr fröhlich. Die Menschen freuten sich, an diesem besonderen Ereignis teilnehmen zu können. Ariel Muzicant, damaliger Präsident der "Israelitischen Kultusgemeinde", Vertreter der Politik sowie der Präsident der "Hakoah", Paul Haber, hielten Festreden. Als Höhepunkt erwies sich der Auftritt von Erwin Steinhauer, der Ausschnitte aus dem Theaterstück "Hakoah-führt!" vortrug.

Dass es die "Hakoah" nunmehr wieder im Wiener Prater gibt und sich dort viele Sektionen gebildet haben, die offen für Menschen aller Religionen und Bekenntnisse sind, ist wunderbar. Interessant ist noch zu erwähnen, dass der "SC Maccabi Wien" der einzige jüdische Fußballverein Österreichs ist und dahingehend die "Hakoah" abgelöst hat. Hierüber gibt es, wie mir ein Vertreter der "Hakoah" erklärt hat, ein Einvernehmen.

Jürgen Heimlich,

Verlagskaufmann (Jg. 1971),

1110 Wien