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Wenn ich nach Hause kam, musste ich ältere Sachen anziehen, damit nicht alles so viel gewaschen werden musste. Wäsche waschen war damals noch ein Akt für einen ganzen Tag. Zuerst wurde der Kessel mit Holz angeheizt, darauf kamen Eierbriketts. Das Wasser für den Heizkessel kam aus einem Hahn in der Waschküche und wurde mit einem Zinkkübel eingegossen. Die Kochwäsche wurde bestimmt eine Stunde ausgekocht und dann auf einem Waschbrett- oder Rumpel gerieben. Danach wurde eine Badewanne mit kaltem Wasser gefüllt und die Wäsche mit riesigen Kochlöffeln in die Wanne zum Ausspülen umgesiedelt. Ein Teil des Wassers wurde ausgelassen und mit klarem Wasser aufgefüllt. Danach wurden einzelne Teile ausgewrungen und in eine Maschine mit zwei Walzen durchgetrieben. Halb nass wurden sie auf dem Dachboden aufgehängt. Es gab bei uns nur Baumwolle oder Leinen. Keine Kunststoffe, sodass die Wäsche nur gekocht wurde. Wenn alles fertig war, wurde der Heizkessel wieder per Zinkkübel geleert und das Wasser kam in die Wanne. Zuerst hat mein Vater, dann Mutter und zuletzt wir Kinder darin gebadet. Duschgel gab es nicht, nur Kernseife.

Sissy Fröhlich (Jg. 1950),

Drogistin,

1130 Wien