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Eine meiner frühesten Erinnerungen betrifft das große Hochwasser im Juli des Jahres 1954. Ich war vier Jahre alt, und wir lebten in einem ebenerdigen Haus in der Altstadt von Ybbs an der Donau.

Ich lag in meinem Bett, das Gitterbett meiner zwei Jahre jüngeren Schwester war leer, denn sie war bereits in das Nachbarhaus, das Haus meiner Großeltern, gebracht worden, das über ein erstes Stockwerk verfügte. Die Decke war gepölzt, rund um mich schwammen Sessel, Kleidungsstücke und Teile des Kleiderkastens.

Gleich wurde auch ich in das Haus der Großeltern gebracht. Unsere Großmutter, die im Hof Hühner hielt, hatte diese auf den Dachboden in Sicherheit gebracht. Bald aber wurde aber auch der Aufenthalt in diesem Haus auf dem Hauptplatz für uns Kinder als zu gefährlich erachtet, da das Wasser in den ersten Stock vorzudringen drohte. So beschloss man, uns Kinder zu Verwandten, die auf einem Hügel wohnten, zu bringen. Genau sehe ich noch vor mir, wie wir direkt aus dem Fenster des Wohnzimmers von russischen Soldaten in eine Zille gehoben wurden und so in Sicherheit gebracht wurden. Mein Elternhaus wurde völlig zerstört, den ersten Stock des Großelternhauses erreichte das Hochwasser aber glücklicherweise nicht.

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Prof. Mag. Heidi Schrodt (Jg. 1950),

Vorsitzende "BildungGrenzenlos",

1100 Wien