Vor allem das aggressive Virus des Typs A steht im Fokus der Forschung. Auf sein Konto gehen nicht nur die Spanische Grippe mit ihrem Subtyp H1N1, sondern auch die Asiatische Grippe aus 1957 (H2N2), die Hongkong-Grippe von 1968 (H3N2), die Russische Grippe von 1977 (ebenfalls H1N1) und die Englische Grippe (H1N2) zur Jahrtausendwende. Auch die Schweinegrippe vom Subtyp H1N1 gehört zur Familie. Sie präsentierte sich 2009 als Typ-A-Influenza und verursachte weltweit eine halbe Million Todesfälle.

Die Viren unterscheiden sich in der Zusammensetzung an ihren Oberflächenproteinen H (Hämagglutinin) und N (Neuraminidase). Heute sind 18 verschiedene H-Proteine und 11 verschiedene N-Proteine in der Tierwelt bekannt, die sich neu vermischen könnten, erklärt Redlberger-Fritz. Neue Zusammensetzungen des Influenza-A-Stammes, die vom Tier auf den Menschen überspringen, könnten uns gefährlich werden.

Neue Gefahr Klimawandel

Demografischer Wandel, Antibiotika-Resistenzen und der Klimawandel könnten die Krankheitsbekämpfung erschweren, sodass bei einer nächsten Pandemie sogar 150 Millionen Menschen sterben könnten, warnt Infektiologin Carolien van de Sandt von der Universität Melbourne. "Wir stehen vor den Herausforderungen einer alternden Bevölkerung, immer mehr Menschen mit Grunderkrankungen wie Diabetes und veränderten Vogel-Flugrouten durch den Klimawandel", sagt sie. Für die jährliche Grippewelle, die im Februar ihren Höhepunkt erreicht, scheint Österreich mit Kombinationsimpfstoffen gut gerüstet zu sein, betont Redlberger-Fritz. Sollte sich das Virus jedoch im Lauf der Saison genetisch verändern, könnten die Entwicklungen einen unvorhersehbaren Verlauf nehmen.