Im Frühling 1945 wurde gegen Holzer Anklage erhoben, weil er und seine jüdische Lebensgefährtin wiederholt Auslandssender gehört hatten. Ihnen hätte Übles gedroht, wäre das Hitler-Reich nicht vorher untergegangen.

In der Zweiten Republik konnte Holzer darangehen, als Präsident der "Concordia" die österreichische Presse wieder mitaufzubauen. Als "WZ"-Chef kehrte 1945 übrigens Ferdinand Reiter zurück.

Von "dunklen Jahren" oder der "Nacht über Österreich" wird oft gesprochen, wenn es um "Anschluss" und Nazizeit geht. Lange scheute man sich davor, diese Epoche näher zu beleuchten, auch in der "Wiener Zeitung". Man verwies, etwa 1953 in der Festschrift zum 250-jährigen Jubiläum, auf die Opfer aus den eigenen Reihen - zum Beispiel auf Redakteur Edwin Rollett, der ins KZ kam. Dass es auch Profiteure des Regimes gab, etwa Lambert Haiböck, haben schon Duchkowitsch und Hausjell in kritischen Beiträgen für die "Wiener Zeitung" festgestellt, 1990 im "Extra" und 2013 in einer Jubiläumsschrift.

Eines steht fest: Es gibt immer noch weiße Flecken in der Geschichte des eigenen Hauses zu erforschen - besonders in ihren dunkelsten Zeiten.