Christian Bale hat 30 Kilo zugenommen und sich jeden Tag einer mehrstündigen Make-Up-Prozedur unterziehen müssen, um im Film von Regisseur Adam McKay glaubhaft den "Vice", den Vizepräsidenten der USA, darstellen zu können - Dick Cheney. George W. Bushs rechte Hand war bekannt für seine Hardliner-Politik in vielen Fragen und auch ein gefürchteter Machtmensch, zumindest sagen das seine Gegner. McKay hat nun die Karriere des Ausnahmepolitikers in "Vice - Der zweite Mann" nacherzählt - und mit Bale einen Darsteller gefunden, dem man zunächst so gar nicht zutrauen würde - weder ideologisch noch von der Körperstatur her - eine gute Figur als Cheney abzugeben.

Doch das Wagnis ist gelungen: Bale verwandelt sich in McKays Film beeindruckend in eben diesen Vizepräsidenten und hat es damit nicht unverdient zu einer Nominierung als bester Hauptdarsteller bei der bevorstehenden 91. Oscarverleihung gebracht.

"Es ging uns darum, eine Charakterstudie zu drehen, über einen Mann, der jahrzehntelang die US-Politik mitgeprägt hat", sagt Adam McKay. "Über Donald Trump einen Film zu machen, würde zu kurz greifen, denn Trump ist das Ergebnis von einer Politik, die unter anderem von Cheney geprägt worden ist. Die Ursache für Trump liegt also weit zurück".

Um Cheney glaubhaft interpretieren zu können, war es für Christian Bale allerdings nicht genug, sich tagtäglich äußerlich in den Politiker zu verwandeln. Dafür brauchte es mehr: "Der Ansatz war, Dick Cheney zu verstehen, oder: es zumindest zu versuchen. Wir wollten begreifen, warum er die politischen Entscheidungen traf, die er eben traf", sagt Bale, der sich schon im Vorfeld klar von Cheneys Politik distanziert hatte. Auch Bale findet, dass jemand wie Cheney ganz im Gegensatz zu US-Präsident Trump steht: "Cheney ist mit Trump nicht vergleichbar, seine Politik ist komplett anders gewesen. Und Cheney wusste, dass das Schweigen manchmal mächtiger ist als das Wort, und das kann man von Trump ja nun wirklich nicht behaupten".

"Vice - Der zweite Mann" läuft ab 22. Februar in den Kinos.