Berlin. "Ich bin froh, dass das Thema sexueller Missbrauch endlich so breit thematisiert wird. Ich verbrachte das letzte Jahr zur Gänze in Australien und habe die #metoo-Debatte von der Ferne mitverfolgt". Mia Wasikowska ist in Berlin an der Seite von Robert Pattinson in der Western-Komödie "Damsel" zu sehen. Die australische Schauspielerin, die durch den Blockbuster "Alice im Wunderland" (2010) über Nacht berühmt wurde, hat inzwischen erkannt, dass Mainstream und Arthaus-Kino gut miteinander vereinbar sind - sie pendelt inzwischen regelmäßig zwischen diesen Welten. lm Interview lässt sie durchblicken, dass ihr die Diskussion über die #metoo-Bewegung immens wichtig ist: "Ich glaube, dass sich diesmal nachhaltig etwas verändern wird", so Wasikowska. "Denn ursprünglich dachte ich, die Aufregung rund um Harvey Weinstein wird sich nach ein, zwei Monaten wieder legen und alles wird danach so sein, wie es immer war. Eben ohne wirkliche Veränderungen".

Doch Wasikowska ist froh, sich getäuscht zu haben: "Man hat dann schnell gemerkt, dass das Thema nachhaltig debattiert wird, sodass man heute eigentlich sagen muss: Es kann niemals so werden wie es vorher war, dazu ist einfach zu viel passiert".

Wasikowska glaubt allerdings nicht daran, dass sich die Welt im Umgang mit Frauen generell verändert. "Es wird immer Männer geben, die Frauen belästigen, nötigen oder missbrauchen. Aber die Debatte rund um #metoo hat es ihnen zumindest deutlich schwerer gemacht, finde ich".

Immerhin in einem Belangen erzählt die Schauspielerin, dass Hollywood sich schon zum Besseren gewandt hat: "Was das Thema ‚Gleiches Geld für gleiche Arbeit‘ angeht, habe ich kürzlich gute Erfahrungen gemacht. Zum Beispiel bekamen Robert Pattinson und ich exakt die gleiche Gage für unsere Mitwirkung an ‚Damsel‘. Das ist doch ein großer Fortschritt", so Wasikowska. Nachsatz, lachend: "Auch, wenn die Gage bei dieser Independent-Produktion ziemlich niedrig war".