London/Brüssel. Die EU und Großbritannien wollen bei einem Gipfel am 25. November die Brexit-Einigung finalisieren. EU-Ratspräsident Donald Tusk kündigte am Donnerstag in Brüssel an, der Gipfel sollte das Abkommen am Sonntag, den 25. November, finalisieren, "wenn nichts Außerordentliches passiert".

Der Gipfel werde um 9.30 Uhr starten. Bis Dienstag wolle die EU-Kommission auch die politische Erklärung zu den künftigen Beziehungen zwischen der EU und Großbritannien fertigstellen, sagte Tusk. Die EU-Staaten sollen den Text bis Donnerstag prüfen, "ich hoffe auf nicht zu viele Kommentare". Tusk betonte, der EU-Chefverhandler Michel Barnier habe in dem Kompromiss sichergestellt, dass die Schäden durch den Brexit begrenzt bleiben und die wichtigsten Interessen der 27 EU-Staaten und der EU als Ganzes sichergestellt seien.

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Barnier kündigte an, er reise weiter ins EU-Parlament nach Straßburg, um die politische Erklärung zu finalisieren. "Unsere Arbeit ist nicht zu Ende. Wir haben noch einen langen Weg vor uns auf beiden Seiten."

Durchbruch bei den Brexit-Verhandlungen

Nach einer stundenlangen Zitterpartie hat das britische Kabinett am Mittwochabend grünes Licht für den von Premierministerin Theresa May vorangetriebenen EU-Ausstiegsvertrag gegeben. Es sei die gemeinsame Entscheidung des Kabinetts gewesen, dem vorläufigen Ausstiegsabkommen zuzustimmen, sagte May vor ihrem Amtssitz in der Londoner Downing Street. Die Debatte in der fünfstündigen Sitzung sei leidenschaftlich gewesen. Sie glaube fest, dass der Vertragsentwurf das bestmögliche Verhandlungsergebnis darstelle. Die Entscheidung zur Annahme sei im besten Interesse des gesamten Königreichs und ermögliche es, die nächsten Schritte zu gehen. EU-Brexit-Chefunterhändler Michel Barnier sagte, in den Verhandlungen sei ein "entscheidender Fortschritt erzielt" worden.

"Nach Monaten der Ungewissheit haben wir jetzt endlich ein klares Signal von Großbritannien, wie der Austritt geordnet vonstatten gehen könnte", sagte der deutsche Außenminister Heiko Maas. Unterhändler beider Seiten hatten sich zuvor auf die vorläufige Version des Abkommens geeinigt, das die Grundlagen für die Scheidung im März 2019 legt.

Noch viel Arbeit

Barnier gab sich trotz des Erfolges vorsichtig. "Die Vereinbarung ist ein entscheidender Schritt, um die Verhandlungen zum Abschluss zu bringen", sagte der Franzose. Das Königreich sei dem geordneten Brexit näher gekommen, doch liege noch viel Arbeit vor beiden Seiten. Ein Chaos-Brexit sei nicht auszuschließen.