Brüssel. Die EU-Staats- und Regierungschefs haben auf ihrem Gipfel am Sonntag in Brüssel eine ganze Reihe von Verträgen und Erklärungen angenommen:

* Der AUSSTIEGSVERTRAG (Withdrawal Agreement) regelt den Rückzug aus der EU am 29. März 2019 auf 585 Seiten juristisch wasserdicht. Die wichtigsten Punkte sind:

- Die Schlussrechnung für Großbritannien von bis zu 45 Milliarden Euro.

- Die Rechte von EU-Bürgern in Großbritannien und Briten in der EU.

- Die Übergangsfrist bis Ende 2020. In dieser Zeit gelten im Vereinigten Königreich weiter die EU-Regeln, für Wirtschaft und Bürger ändert sich gut wie nichts. Die Periode kann einmalig verlängert werden bis höchstens Ende 2022.

- Eine Regelung, mit der neue Grenzkontrollen zwischen Nordirland und Irland nach dem Brexit vermieden werden sollen.

* Die POLITISCHE DEKLARATION enthält auf 26 Seiten unverbindlich die wichtigsten Punkte der künftigen Beziehungen zwischen Vereinigtem Königreich und EU nach dem Brexit und definiert die Punkte, die in der Übergangszeit verhandelt werden müssen. Dabei geht es vor allem um Handel, Zölle, Dienstleistungen, Nordirland und Sicherheit.

* Zusätzlich versichern Großbritannien und die EU Spanien, bei künftigen Verhandlungen über GIBRALTAR mit am Tisch zu sitzen. Die Regierung in Madrid ließ deshalb den Gipfel beinahe platzen. Gibraltar ist eine Halbinsel im Süden Spaniens und seit Jahrhunderten britisches Überseegebiet. Wegen der strategischen Lage an der für den Seehandel wichtigen Straße von Gibraltar gibt es schon seit langem Streit zwischen den Regierungen in Madrid und London.