Worüber wird im Moment mit der EU verhandelt?

Das ist ziemlich nebulös. Offiziell will die britische Regierung eine Öffnung des EU-Austrittsvertrags und "rechtlich verbindliche Änderungen" am Backstop. Das ist die von der EU geforderte Garantie für eine offene Grenze zwischen dem EU-Staat Irland und dem britischen Nordirland, die von Brexit-Befürwortern abgelehnt wird. Sie fürchten, dass die Klausel Großbritannien auf Dauer an die EU kettet. May will sie beschwichtigen, indem sie den Backstop zumindest befristet. Doch die EU will keine Änderung des Vertrags.

Deshalb sucht man eine Art Formelkompromiss. Es gehe um "Garantien mit Blick auf den Backstop" und "rechtliche Zusicherungen", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung von voriger Woche. Diese nennt noch zwei andere Themen: "Alternative Regelungen" als Ersatz für den Backstop; und Änderungen an einer politischen Erklärung zu den künftigen Beziehungen beider Seiten. Bliebe Großbritannien auf Dauer in einer Zollunion mit der EU oder ginge gar eine Bindung an den EU-Binnenmarkt ein, müsste man den Backstop nicht nutzen.

Kommt man dabei voran?

Ja, beteuern die Unterhändler. "Wir machen gute Fortschritte", sagte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker am Montag. Am Dienstag soll wieder ein britisches Team mit EU-Unterhändler Michel Barnier beraten. Trotzdem könnte sich alles noch fast einen Monat hinziehen: Als neue Frist für einen Abschluss der Gespräche setzten sich beide Seiten den 21. März, dem ersten Tag des nächsten EU-Gipfels in Brüssel. Womöglich könnte dort der große Showdown inszeniert werden - nur rund eine Woche vor dem angekündigten Brexit-Datum.

Wie steht die EU zu einer Verlängerung der Austrittsfrist?

Positiv. "Ich glaube, in der jetzigen Situation wäre eine Verlängerung eine vernünftige Lösung", sagte EU-Ratspräsident Donald Tusk am Montag. Und er versprach "maximales Verständnis und guten Willen" der übrigen 27 EU-Länder, die eine Verschiebung einstimmig billigen müssten. Zur Zeitspanne äußerte sich Tusk allerdings nicht. Als Hürde gilt die Europawahl vom 23. bis 26. Mai. Als EU-Mitglied müsste Großbritannien Abgeordnete wählen lassen. Deshalb nennen Diplomaten in Brüssel für die Verschiebung zwei Varianten: entweder um wenige Wochen oder gleich richtig. Der nächste tiefe Einschnitt im EU-Kalender ist das Jahresende 2020. Dann endet der EU-Finanzrahmen.