Warum wehrte May sich so lange, einen No-Deal-Brexit auszuschließen?

Zu Mittag trat Premierministerin Theresa May vor das britische Parlament, um den Abgeordneten ein Votum über eine Verschiebung des EU-Austritts zu versprechen. - © APaweb / Reuters, Hannah McKay
Zu Mittag trat Premierministerin Theresa May vor das britische Parlament, um den Abgeordneten ein Votum über eine Verschiebung des EU-Austritts zu versprechen. - © APaweb / Reuters, Hannah McKay

Die Brexit-Hardliner unter den Tories machen Druck auf die Premierministerin. Sie wollen ihr Land schnell aus der EU führen und lehnen sowohl eine Verschiebung des Brexit als auch eine weiche Version des EU-Austritts ab, bei der das Königreich eng an Europa gebunden bliebe. May braucht beide Flügel ihrer Konservativen, um ihr Austrittsabkommen durchs Parlament zu bringen.

Ist der Vorstoß Labours für eine neue Volksabstimmung damit vom Tisch?

Corbyn nannte das Vorgehen der Premierministerin "grotesk rücksichtslos". May mache Versprechen, von denen sie genau wisse, dass sie sie nicht einhalten könne - eine Hinhaltetaktik. Lehnen die Abgeordneten Mays Deal Mitte März erneut ab, könnte Corbyn einen Antrag für eine neue Volksbefragung einbringen. Doch die Idee hat derzeit keine Mehrheit im britischen Unterhaus. Die meisten Abgeordneten finden es undemokratisch, das Ergebnis des Referendums von 2016 anzuzweifeln.