Und dies ist noch "die beste Lösung" - eine Lösung, die auf einer vertraglichen Regelung basiert. Sollte es am 12. April zu einem No-Deal-Brexit kommen, stehen die 3,6 Millionen EU-Bürger erst einmal ganz ohne Sicherheit da.

Können sie sich dann noch weiter im staatlichen Gesundheitswesen behandeln lassen? Viele Fragen dieser Art sind ungelöst. Kein Wunder, meint Bohn, dass so viele EU-Bürger sich elend fühlen: "Viele schlafen schlecht. Und Ärzte und Therapeuten, die wir kennen, berichten von sehr viel mehr Depressionen und anderen Problemen."

Viele Kontinentaleuropäer haben kapituliert und sind in ihre Herkunftslänger zurückgezogen. Andere aber, die sich zur Wehr setzen und ihre Rechte in der Öffentlichkeit verteidigen, werden oft angefeindet. Einige haben anonyme Drohungen erhalten. "Ich bin", sagt Bohn, "eigentlich jeden Tag wieder erschüttert über das, was hier in meiner Wahlheimat passiert."

Froh ist Bohn in dieser Situation über ihren familiären Rückhalt - und über die internationale Solidarität, die die Arbeit für "the3million" mit sich gebracht hat. Außerdem, sagt sie, gebe es viele Briten, die sich gegen die alten Ressentiments im Land stemmten: "Was sich da gewandelt hat, darf man nicht unterschätzen. Innerhalb der letzten zwei Jahre habe ich hier eine regelechte Bürgerbewegung für Europa und die EU heranwachsen sehen." So etwas habe es früher nicht gegeben.