London. Die britische Premierministerin Theresa May will die EU um eine weitere, möglichst kurze Verlängerung der Frist für den Austritt des Landes aus der Europäischen Union bitten. Das teilte May am Dienstag nach einer mehrstündigen Kabinettssitzung in London mit. May sagt nach einer Kabinettssitzung, Gespräche mit der oppositionellen Labour-Partei seien notwendig, um eine Lösung zu finden. Die Tory-Chefin forderte die Opposition zur Einigung auf. Nun gehe es darum, einen Kompromiss zu erarbeiten.

"Gemeinsam mit Opposition Lösung finden"


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BBC: Brexit: Theresa May to ask EU for further extension
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Sie wolle zusammen mit der Opposition eine Lösung für den EU-Austritt finden, sagte May nach der Kabinettssitzung. Der gemeinsame Plan solle dann in der kommenden Woche den anderen EU-Staaten vorgelegt werden. Er müsse sich jedoch sich im Rahmen des bisherigen Austrittsabkommens mit der EU bewegen. Die Verlängerung solle dabei "so kurz wie möglich" sein. Eine Reaktion der oppositionellen Labour-Partei lag zunächst nicht vor.

 Schottische Regierungschefin warnt vor möglicher Falle

Schottlands Regierungschefin Nicola Sturgeon hat indessen den Wunsch von Premierministerin May nach einer Fristverlängerung als "potenzielle Falle" für das Parlament bezeichnet. Da May eine möglichst kurze Verlängerung anstrebe, könnten sich die Abgeordneten in der Situation wiederfinden, zwischen dem bestehenden Brexit-Auskommen und einem "No Deal"-Austritt wählen zu müssen, sagte Sturgeon.  Besser wäre es, eine längere Verschiebung zu beantragen und ein Referendum zu der Entscheidung des Parlaments anzusetzen, meinte sie.

Die EU müsste einer Verlängerung zustimmen, die dann bis zum 22. Mai laufen könnte. Ohne eine derartige Einigung verlässt Großbritannien am 12. April die Staatengemeinschaft. Für den 10. April ist ein EU-Gipfel angesetzt. (apa, afp, reuters)