London. Das britische Oberhaus wird die Debatte über das Gesetz für einen weiteren Brexit-Aufschub nach Angaben von Labour erst am Montag abschließen. Nur die ersten legislativen Schritte könnten noch am Donnerstag bewältigt werden, schrieben Abgeordnete auf Twitter. Üblicherweise dauert das Gesetzgebungsverfahren in Großbritannien Monate.

Das britische Unterhaus hatte für einen weiteren Brexit-Aufschub gestimmt. Auch Premierministerin Theresa May will die EU um eine weitere Verlängerung der Frist bitten. Sie führt Gespräche mit Labour-Chef Jeremy Corbyn, um einen ungeordneten EU-Ausstieg zu vermeiden.

Britische Regierung und Oppositionsspitze unter Druck

Eine Woche vor dem geplanten EU-Austritt Großbritanniens am Freitag in einer Woche (12. April) stehen die Regierung und die Oppositionsspitze bei ihrer Suche nach einem Konsens zunehmend unter Druck. In der konservativen Regierungspartei wird die Kritik an Premierministerin Theresa May wegen ihrer Zusammenarbeit mit Labour-Chef Corbyn immer lauter.

Auch bei Labour rumort es. Eine Gruppe von Abgeordneten forderte Corbyn am Donnerstag auf, kein zweites Referendum über den EU-Ausstieg zu unterstützen.

Die Gespräche sollen am Freitag fortgesetzt werden, wie ein Regierungssprecher am Donnerstagabend mitteilte. Bisher seien sie "detailliert und produktiv" gewesen.

May muss bis spätestens kommenden Mittwoch beim EU-Sondergipfel in Brüssel einen Plan vorlegen. Sie hofft auf eine Verlängerung der Austrittsfrist bis zum 22. Mai. Eine Teilnahme an der Europawahl (23.-26. Mai) will sie unbedingt verhindern. Ob sich die 27 EU-Staats- und Regierungschefs darauf einlassen werden, ist nicht sicher. Ohne Verlängerung droht ein Austritt ohne Abkommen am 12. April.(apa/reuters/afp)