London. Rausgehen oder drinbleiben? Diese Frage bewegt die Briten vor dem EU-Referendum am 23. Juni und erhitzt auch in den anderen 27 Mitgliedstaaten die Gemüter. Hier ein ABC zum Thema Brexit:

A wie Artikel 50: Im EU-Vertrag ist seit 2009 festgelegt, wie die Verhandlungen über den Austritt eines Landes aus der Union ablaufen sollen. Der interessanteste Punkt: Die Parteien können sich zwei Jahre für die Scheidung Zeit lassen - und eine Fristverlängerung ist möglich.

B wie Briten-Rabatt: Bereits 1984 erstritt sich das Vereinigte Königreich eine dicke Extrawurst. Premierministerin Margaret Thatcher bestand darauf, dass Großbritannien eine Ermäßigung auf die Zahlungen in das EU-Budget bekommt. Eines der Argumente: Man profitiere nicht so wie andere Staaten von Agrarsubventionen.

C wie Cameron: Das Referendum ist eng mit dem Namen des britischen Premierministers verbunden. Davis Cameron löst damit ein Versprechen aus dem Jahr 2013 ein, das zu einem Gutteil innenpolitisch motiviert war. Jetzt wirbt er für den Verbleib in der Union. Sollten sich die Briten für einen Austritt entscheiden, wären seine Tage als Regierungschef wohl gezählt.

D wie Dominoeffekt: Könnte ein Brexit Schule machen und die EU in eine schwere Krise stürzen? Das ist die große Befürchtung in Brüssel. "Ich kann nicht ausschließen, dass der britische Austritt Lust auf mehr machen würde in anderen Ländern", räumte jüngst EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker ein.

E wie EU-Deal: Im Februar reiste Premierminister Cameron nach Brüssel. Er hoffte, mit weitreichenden Ausnahmeregelungen für Großbritannien zurückkehren zu können. Doch der Ertrag fiel eher mager aus: Unter anderem erreichte er eine komplizierte "Notbremse" bei ergänzenden Sozialleistungen für EU-Ausländer.

F wie Finanzplatz Londoner City: Ist einer der wichtigsten Motoren der britischen Wirtschaft. Sollte das Königreich austreten, fürchten viele, dass internationale Banken sich einen neuen Standort innerhalb der EU suchen werden.

G wie Grönland: Wäre der Brexit eine Premiere? Nicht so ganz. Bereits 1982 votierten die Grönländer für den Austritt aus der damaligen Europäischen Gemeinschaft (EG). Auf der Atlantikinsel lebten damals aber nur knapp 50.000 Menschen.