Wien/London. Nach dem Brexit-Votum seiner Landsleute hat der britische EU-Finanzkommissar Jonathan Hill seinen Rücktritt angekündigt. Das wurde am Samstag in Brüssel mitgeteilt. Die Briten hatten am Donnerstag für den Austritt ihres Landes aus der Europäischen Union gestimmt.

"Ich glaube nicht, dass es richtig wäre, jetzt als britischer Kommissar weiter zu machen als ob nichts geschehen wäre", sagte Hill am Samstag in Brüssel. Er habe daher Kommissonspräsident Jean-Claude Juncker mitgeteilt, dass er zurücktrete. Er wolle dazu gemeinsam mit Juncker in den kommenden Wochen arbeiten. Seine Agenden übernimmt vorerst der Vizepräsident der EU-Kommission, Valdis Dombrovskis.

Hill enttäuscht über Brexit

Lord Hill war bisher in der Kommission von Präsident Jean-Claude Juncker für Finanzmärkte und Finanzdienstleistungen zuständig. Er sei sehr enttäuscht über den Ausgang der Volksabstimmung in Großbritannien, schrieb der konservative Hill.

Nach den Regeln des EU-Vertrags muss London nun einen neuen Vertreter für das Brüsseler Spitzengremium benennen. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker stellte klar, dass er bereit sei, ein neues britisches Mitglied in der Kommission aufzunehmen.