London. Nach dem Brexit-Votum wirbt der britische Finanzminister George Osborne im Ausland für sein Land als Wirtschaftsstandort. Die Entscheidung zum Austritt aus der Europäischen Union stelle Großbritannien vor "wirtschaftliche Herausforderungen", erklärte Osborne kurz vor einer Reise nach New York am Montag.

Deshalb müsse alles unternommen werden, um Großbritannien "zum besten Ort der Welt" für Geschäfte zu machen. Nach den USA soll Osborne in China und in Singapur Station machen.

Er wolle bei seinem Besuch in New York zeigen, dass Großbritannien zwar die EU verlasse, "aber nicht die Welt", erklärte Osborne. Das Land wolle weiterhin ein "Leuchtturm für Freihandel, Demokratie und Sicherheit" bleiben. In einem Beitrag für das "Wall Street Journal" verteidigte der britische Finanzminister zugleich seinen Vorstoß, Unternehmen steuerlich massiv zu erleichtern. Mehrere EU-Länder hatten ihm in dem Zusammenhang Steuerdumping vorgeworfen.

Das Votum der Briten hat zahlreiche Unternehmen verunsichert. Zudem zwingt ein EU-Austritt die britische Regierung nicht nur dazu, die Handelsbeziehungen mit der EU neu zu verhandeln. Sie muss auch mindestens mit einem Teil der 58 Länder Verhandlungen führen, die mit der EU über Freihandelsabkommen verbunden sind. Deshalb wirbt die britische Regierung inzwischen bereits außerhalb der EU um Handelsabkommen.