Das deutsche Finanzministerium befürchtet bei einem harten Brexit einem Zeitungsbericht zufolge Turbulenzen an den Finanzmärkten. Sollten sich EU und Großbritannien nicht rechtzeitig auf einen Austrittsvertrag einigen, könnte die Finanzmarktstabilität gefährdet werden, zitierte das Handelsblatt am Montag vorab unter Berufung auf ein internes Papier des Ministeriums.

Demnach befürchten die Experten von Finanzminister Wolfgang Schäuble, dass die Verhandlungszeit von zwei Jahren nicht zum Abschluss eines Freihandelsabkommens mit den Briten ausreiche. Das berge im Finanzmarktbereich erhebliche Risiken. Daher sollte es Übergangslösungen geben.

Ein abrupter Austritt Großbritanniens könnte "gravierende ökonomische und stabilitätsrelevante Folgen" haben, wenn britische Banken ihre Dienstleistungen nicht mehr in der EU anbieten könnten und Banken aus der EU der Zugang zum Finanzplatz London verbaut würde, heiße es in dem Expertenpapier weiter. Die deutsche Regierung habe großes Interesse an einem "integrierten Finanzmarkt" mit Großbritannien. Dazu müsste die Regierung in London aber Bedingungen erfüllen, etwa die Grundfreiheiten der EU ebenso akzeptieren wie einen strengen Regulierungsstandard, heißt es in dem Vorabbericht weiter.

Die britische Regierung will am Mittwoch bei der EU den Austrittsantrag einreichen. Innerhalb von zwei Jahren soll der Brexit vollzogen sein - also bis Ende März 2019. Die Frist kann laut EU-Verträgen nur verlängert werden, wenn Großbritannien und alle anderen 27 EU-Staaten zustimmen.