In dieser aufgeladenen Situation habe er Plech mehrmals angesprochen, was bei der Privatisierung wirklich vorgehe. "Lebst du hinter dem Mond? Das Ganze ist ja abgekartet", habe ihm Plech erklärt. Die Auswahl von Lehman und der - damals noch nicht erfolgte Zuschlag - seien eine ausgemachte Sache, hinter allem ziehe Grasser die Fäden, sei er von Plech aufgeklärt worden. Darüber sei er empört gewesen. "Plech hat gemerkt, dass es mir ernst ist", so Ramprecht. Der Makler habe ihm eine erhebliche Summe geboten, damit er sich ruhig verhalte. Das Angebot habe er abgelehnt.

"Warum sollte Plech Ihnen das erzählen?", fragt Richterin Hohenecker. Er habe einfach nicht lockergelassen und nachgehakt, betont Ramprecht. "Ich glaube nicht, dass er das vorhatte, es war aus einer Emotion heraus."

Nachher sei er "felsenfest überzeugt" gewesen, "dass ich die ganze Partie anzeigen werde". Sein Bruder und seine Frau - sie wurde kurze Zeit später von Plech gekündigt, der Bruder arbeitete noch länger dort - hätten ihn jedoch überredet, zu schweigen. Seine Frau habe nicht wollen, dass die Familie im medialen Rampenlicht stehe und er seinen Job verliere. Zudem habe Plech ihm gedroht, dass er ihn und seine Familie vernichte.

2006 verlor Ramprecht seinen Job. Damals lief seine auf fünf Jahre befristete Bestellung bei der BGB aus. Der Vertrag wurde von Grasser nicht verlängert. Dabei habe der Minister ihm zuvor versichert, dass er seine Stellung behalten werde, sagt Ramprecht.

Debatte um Rachegelüste

Ramprecht schrieb ein langes Mail an seinen Nachfolger und zwei weitere Beamte. "Wo ist der Minister, für den ich gekämpft habe?", fragte Ramprecht darin. Er fühle sich betrogen. "Seid in der nächsten Zeit ganz nett und ganz, ganz fair zu mir. Ich bin ein angeschossenes Raubtier, dass in diesem Bereich nichts mehr zu verlieren hat", schrieb er. Grassers Verteidiger lesen daraus Rachegelüste: Ramprecht lüge nun, um sich bei Grasser zu revanchieren.

Er wolle keine Rache an Grasser üben, sagt Ramprecht. "Für mich ist damals eine Welt zusammengebrochen." Seit Monaten sei vielen Menschen bekannt gewesen, dass er abgesägt werde, doch habe ihm das niemand erzählt. Auch nicht sein enger Freund und Kollege, der als sein Nachfolger bestellt wurde und der heimlich seine Ablöse betrieben habe.

Nach seiner Nichtverlängerung habe er zunächst weiter geschwiegen, da er sich dem mächtigen Grasser unterlegen gefühlt habe, so Ramprecht. Im Oktober 2009 bezeichnete er dann in einem "profil"-Interview die Privatisierung als "abgekartete Sache". Zuvor waren im September die ersten Vorwürfe rund um die Buwog medial bekannt geworden. Damals habe ihn der "profil"-Journalist angerufen und "mich so hingestellt, dass ich mit von der Partie war." Da sei er wütend geworden und habe spontan ausgepackt.

Aufhorchen lässt Ramprecht mit der Aussage, er habe pikante Gespräche mit Plech - um das Tennisgespräch soll es dabei nicht gehen - aufgezeichnet. Die Aufnahmen seien eine Lebensversicherung für ihn: Sollte ihm oder seiner Frau etwas passieren, würden sie veröffentlicht werden.