"Mir wurde angeboten, auch zu partizipieren", erklärte Berner. "Mit welchem Prozentsatz?", fragte die vorsitzende Richterin Marion Hohenecker. Berner meinte, dass darüber operativ noch nicht gesprochen worden sei. Er habe aber sofort abgelehnt: "Es war eindeutig, dass das eher nicht eine legale Angelegenheit ist."

Die Angeklagten bestreiten die Ausführungen Berners vehement. Auch Hochegger verneint, dass ein Tatplan geschmiedet worden sei. Der Sozialdemokrat Berner - er war in den 1990ern für die steirische SPÖ tätig - habe das "frei erfunden" und sei ein "politischer Fallensteller, so Hochegger.

Wie er sich Hocheggers Aussage erkläre, fragte Richterin Hohenecker. Berner verspottete daraufhin Hochegger und dessen Lebensstil, was Hohenecker zu einer Belehrung veranlasste: "Für Zynismus ist hier kein Platz." Der Zeuge erklärte dann: "Da lügt der Herr Doktor Hochegger." Er habe kein Motiv, jemanden fälschlicherweise zu belasten, so Berner.

Warum ihm Hochegger, der ihn ja kaum kenne, über einen Tatplan überhaupt etwas erzähle, hakte Hohenecker nach. "Ich habe es auch für blöd gehalten, dass Hochegger es einem Unbekannten erzählt hat."

Er habe nach dem Treffen mit Hochegger gleich Verkehrsminister Schmid informiert, der wiederum habe gemeint, dass man das Haider erzählen müsse, so Berner. "Haider war verwundert. Für ihn war klar, dass der Grasser Mitglied bei den Freimaurern ist. Denn Hochegger ist auch Freimaurer." Hochegger wolle im Bund nun Kassa machen, "wie er es schon mit der SPÖ in Wien gemacht habe", habe Haider gemeint. Der FPÖ-Politiker habe den Plan sofort abgelehnt und ihm gesagt, er soll ihn informieren, wenn sich Hochegger nochmals bei ihm meldet. "Es hat sich aber nie wieder wer gemeldet."

Im Fokus stand auch Berners Beziehung zu Michael Ramprecht, der bereits ausgesagt hat und angibt, dass die Buwog-Privatisierung eine "abgekartete Sache" gewesen sei. Da Ramprecht und Berner befreundet sind, steht ihm Raum, dass sich die beiden abgesprochen haben, um den Angeklagten zu schaden. Berner bestreitet das. Er helfe Ramprecht zwar beruflich, sei aber keineswegs dessen Medien- oder Prozessberater, erklärte er.

Kaffeehaustreffen mit Ankläger

Für Unruhe bei den Verteidigern sorgte Berner mit der Aussage, dass er sich vor seiner Einvernahme im Ermittlungsverfahren mit dem damals zuständigen Staatsanwalt in einem Kaffeehaus getroffen habe. Er habe dabei klären wollen, ob der Staatsanwalt an der Aufklärung interessiert ist, meinte Berner. Denn schließlich gebe es auch bei den Staatsanwälten Seilschaften, zum Teil noch aus studentischen Verbindungen.

Die Verteidiger sehen einen Verstoß gegen die Strafprozessordnung, da das Treffen seitens der Ankläger nicht schriftlich festgehalten worden sei. Grassers Verteidiger Manfred Ainedter kündigte eine Anzeige wegen Amtsmissbrauch an. Der Prozess wird heute, Donnerstag, mit der erneuten Befragung von Michael Ramprecht fortgesetzt.