Video: BUWOG-Prozess - Hochegger belastet Grasser massiv.

Wien/Linz. Knalleffekt im Buwog-Prozess: Am vierten Prozesstag hat der Ex-Lobbyist Peter Hochegger ein teilweises Geständnis abgelegt. "Mein Mandant wird sich teilweise schuldig bekennen", sagte Leonhard Kregcjk, der Verteidiger von Hochegger. Hochegger habe gewusst, dass von der Buwog-Provision 2,4 Mio. Euro an den damaligen Finanzminister Karl-Heinz Grasser, 2,4 Mio. Euro an Ernst Karl Plech und 2,4 Mio. Euro an Walter Meischberger weiter überwiesen wurden. "Mein Mandant weiß, dass Meischberger bei der Buwog-Privatisierung Gelder an Grasser und Plech weitergeleitet hat", sagte Kregcjk.

Das Geständnis stellt einen entscheidenden Rückschlag für die Verteidigerriege dar. Auch sie dürfte von Hocheggers Vorstoß überrascht sein. Meischberger und Grasser würdigen Hochegger, der dem Plädoyer seines Verteidigers von der Anklagebank aus zuhört, keines Blickes. Grasser macht sich Notizen. Seine Anwälte Manfred Ainedter und Norbert Wess hören gespannt zu.

"Alles andere als supersauber" 

Das Plädoyer von Kregcjk dauert nur wenige Minuten. Nachher stellt er vor Medienvertreter nochmals klar: "Mein Mandant hat zu einem Teil der Anklagevorwürfe hinsichtlich der Buwog-Privatisierung ein Geständnis abgegeben. Die Buwog-Vergabe war alles andere als supersauber." Zu weiteren Details werde sein Mandant noch Stellung in seiner Einvernahme nehmen, so der Rechtsanwalt.

Auch Grasser Anwalt Ainedter äußert sich: Er sei überrascht und verwundert, dass Hochegger nach acht Jahren, wo er bereits vielfach befragt worden sei, sich nun so äußere. "Er glaubt, sich durch eine Unwahrheit seine Situation verbessern zu können". Hocheggers Aussage werde sich als Lüge herausstellen. Ainedter räumt ein: "Darauf haben die Staatsanwälte gesetzt."

Auf die Frage, was das für die Verteidigung und deren Taktik bedeute, meint er: "Verbessern tut es die Situation nicht." Grasser habe jedenfalls keine Freude damit.

Hinsichtlich des Anklagekomplexes Terminal-Tower wird sich Hochegger nicht schuldig bekennen. Das Plädoyer ist bereits vorbei. Die Verhandlung wird auf kommenden Dienstag vertagt.

"Ich war dumm und gierig" 

Schon vor dem Prozess gab sich Hochegger einsichtig. "Ich war dumm und gierig", so die Selbsteinschätzung jenes Mannes, der aus einer kleinen PR-Agentur die vermeintliche Drehscheibe in einem der größten Korruptionsskandale der 2. Republik gemacht hat. Peter Hochegger (68), gebürtiger Steirer und mittlerweile Wahl-Brasilianer, hat aber inzwischen statt des schnöden Mammons die Spiritualität entdeckt.