Meischberger habe die Informationen beschafft, diese habe er dann an das Konsortium weitergeben müssen, beschreibt Hochegger die Aufgabenteilung. Es sei klar gewesen, dass "das Österreich-Konsortium der Wunschpartner der Regierung, der Politik ist". So habe auch ÖVP-Klubobmann Wilhelm Molterer diesbezüglich bei Grasser interveniert.

Hochegger gibt an, den entscheidenden Tipp dann im Juni 2004 von Meischberger, einem engen Freund von Grasser, bekommen und weitergegeben zu haben. Nachdem die Immofinanz gewonnen hatte, habe man nach einem unauffälligen Weg gesucht, um die Provision auszubezahlen. Die Raiffeisen Landesbank Oberösterreich, die Teil des siegreichen Konsortiums war, habe vorgeschlagen, über eine Immobilie - ein Schloss - abzurechnen. Man habe sich aber geeinigt, die Provision über ein zypriotisches Bankkonto von Hochegger abzurechnen.

"Ohne Karl-Heinz hätten wir das nie geschafft"

Bei der Geldtransaktion habe er dann im Herbst 2005 vom Bankberater W. der Hypo Investmentbank Liechtenstein erfahren, dass ein Teil der Buwog-Provision an Grasser gegangen sei. W. war laut Hochegger mit der Weiterleitung der Gelder von Zypern nach Liechtenstein betraut. Demnach seien die Buwog-Millionen zuerst auf eine Briefkastenfirma Hocheggers auf Zypern gelandet. 80 Prozent davon seien auf Wunsch Meischbergers nach Liechtenstein weitergeleitet worden. Zur Abwicklung habe er W. in Wien getroffen. Dieser habe ihm einen Zettel gezeigt, auf dem drei Kontonamen gestanden seien. Eines gehöre Meischberger, eines Plech und das dritte "eurem Partner, dem Herrn Grasser", habe W. ihm mitgeteilt. Auch habe ihm Meischberger 2007 bei einem Besuch auf Ibiza in einem Gespräch über die Buwog gesagt: "Ohne Karl-Heinz hätten wir das nie geschafft."

In der "ZIB1" am Mittwochabend äußerste sich der Bankberater des Mitangeklagten Walter Meischberger und bezeichnete die Aussagen von Hochegger als "Fake News". Mehr wolle er im Moment dazu nicht sagen, weil er auch als Zeuge geladen sei.

"Der PR-Experte macht hier PR in eigener Sache", sagt Meischberger nach Verhandlungsschluss. Hocheggers Angaben seien eine "perfide Konstruktion". Früher sei Hochegger gierig gewesen, und heute sei er "geläutert", spottet Meischberger. Auch Herbert Eichenseder, der Verteidiger von Grassers Vermögensverwalter Norbert Wicki, steht Hochegger kritisch gegenüber. Eichenseder behauptet, dass Hochegger ein Buch über das Buwog-Verfahren schreibe und sein Geständnis damit zusammenhänge: "Der muss das verkaufen. Er ist ja ein Geschäftsmann!" Hochegger bestreitet die Buchpläne. Er wolle wieder mit sich ins Reine kommen. Die achtmonatige Haft in Hirtenberg - Hochegger war in der Causa Telekom verurteilt worden - habe ihm geholfen, wieder zu seinen Wurzeln zu finden, sagt er. Am Donnerstag geht seine Einvernahme weiter.