Belastet wird Grasser hinsichtlich des Tatplans von einem ehemaligen Beamten des Verkehrsministeriums. Dieser hatte im Ermittlungsverfahren ausgesagt, dass Hochegger zu ihm gekommen und ihm die Mitarbeit bei dem Tatplan angeboten habe. Der Beamte lüge und verfolge ihn aus politischen Gründen, sagt Grasser. Der Zeuge sei "ein Roter".

Fionas Kreditkarte

Seine zahlreichen Bareinzahlungen auf seinem Konto erklärte Grasser damit, er habe von seiner Frau, der Swarovski-Millionenerbin Fiona, immer wieder Geld zurückbekommen, wenn er für sie etwas auslegte. So habe er etwa die Hochzeitskosten selbst ausgelegt, das Geld aber dann von seiner Ehefrau in bar zurückbekommen. Auch habe Fionas Kreditkarte immer wieder nicht funktioniert, dann bezahle er in Geschäften für sie. Sie würde ihm dann später seine Ausgaben immer in bar rückerstatten. Dieses Bargeld habe er dann auf sein Konto eingezahlt.

Die Staatsanwaltschaft sieht das anders. Für sie gibt es zwischen den Bareinzahlungen auf Grassers Konto und Barabhebungen vom Liechtenstein-Konto 400.815, auf das ein Teil der Buwog-Provision geflossen ist, einen Zusammenhang. Das wird als Beweis dafür angeführt, dass das Konto 400.815 in Wahrheit Grasser gehört habe und nicht Walter Meischberger, wie dieser angibt.

Der Masterplan

Grasser erklärte, er habe sich immer wieder gefragt, ob hinter den ganzen Ermittlungen nicht ein "Masterplan meiner politischen Gegner" stehe. Bereits 2003 habe es Berater in der Sozialdemokratie gegeben, deren Rat an die SPÖ gewesen sei, dass man "den Grasser desavouieren muss". Die SPÖ und die Grünen "haben mich massiv angegriffen in dem Ermittlungsverfahren. Sie haben die Ermittlungen immer wieder kommentiert und politischen Druck auf die Ermittler ausgeübt." So habe man einen "Grasser-Skandal" entwickeln wollen.
Am Mittwoch wird die Einvernahme von Grasser fortgesetzt.