Am Nachmittag liefern die beiden weiteren Auskunftspersonen bereits Bekanntes: R. G., enger Mitarbeiter der Extremismus-Referatsleiterin im BVT S. G. und operativer Leiter ebendort, schildert die Arbeit seiner Chefin als "fordernd". Sie sei "in der Sache immer sehr gut informiert".

"Ein ausgemachter Blödsinn"

Nach ihm erzählt der BVT-Netzwerktechniker F. K. nochmals, dass "Fernlöschungen" der BVT-Server so nicht möglich seien: "Einen 200 Terrabyte Server zu formatieren dauert 50 bis 70 Stunden." K.s Aussagen stellen damit erneut die Stichhaltigkeit der von der Staatsanwaltschaft behaupteten Dringlichkeit bei der Veranlassung der Hausdurchsuchung durch einen Journalrichter spätabends am Tag vor der Razzia in Frage.

Die EGS-Polizisten und WKStA-Ermittler hätten keine Ahnung gehabt, was sie eigentlich suchen, sagt K. Er habe während der Razzia angeboten, herauszugeben, was gesucht würde. "Das wusste aber niemand", sagt K. Bis heute habe er keine Ahnung, wieso die Staatsanwaltschaft diese Hausdurchsuchung angeordnet hat.

So wie einige seiner Kollegen, die bereits vor dem Ausschuss ausgesagt haben, stellt er seinen ehemaligen Kollegen, den Belastungszeugen A. H., als uniformiert dar. H. hatte gegenüber der Staatsanwältin Ursula Schmudermayer von den möglichen "Fernlöschungen" gesprochen. "Es ist damit zu rechnen, dass Fernlöschungs-Mechanismen installiert wurden", liest K. aus dem Protokoll von H.s Aussage vor und schüttelt den Kopf: "Ein ausgemachter Blödsinn."

Später stellt sich heraus, dass auch gegen K. wegen möglicher Falschaussage ermittelt wird, und zwar wegen einer während der Razzia beschlagnahmten Festplatte, über deren Inhalt K. ausgesagt hatte.