Mahmud Asrar (Marvel-Zeichner/Variant Cover Artist Heft 1), Szenarist Harald Havas, Thomas Aigelsreiter (Zeichner Heft 1 und 4, Creative Director), "Donauweibchen" (Bodypaint by Adrina's Pleasure), Andi Paar (Zeichner Heft 1 und 4) und Lenny Großkopf (Zeichnerin Lady-Heumarkt-Geschichte Heft 1). - © Klaus Lorbeer
Mahmud Asrar (Marvel-Zeichner/Variant Cover Artist Heft 1), Szenarist Harald Havas, Thomas Aigelsreiter (Zeichner Heft 1 und 4, Creative Director), "Donauweibchen" (Bodypaint by Adrina's Pleasure), Andi Paar (Zeichner Heft 1 und 4) und Lenny Großkopf (Zeichnerin Lady-Heumarkt-Geschichte Heft 1). - © Klaus Lorbeer

Was den Deutschen ihr Erich Ohse alias e.o.plauen (1903-1944) ist den Österreichern ihr Ladislaus Kmoch alias Ludwig Kmoch (1897-1971). Während ersterer ab 1934 seine lustigen, unpolitischen Bildergeschichten ohne Text namens "Vater und Sohn" in der "Berliner Illustrierten Zeitung" veröffentlichte (bis 1937), zeichnete Kmoch für "Das Kleine Blatt" ab Oktober 1930 Comicstrips von Tobias Seicherl und seinem Hund Struppi. Der dümmliche Spießbürger Tobias Seicherl war von Kmoch politisch als Mitläufer angelegt, der Sympathien für die Heimwehr, später für Hitler hegte. Der Widerpart zu Seicherl war sein sprechender und mit einer guten Portion Hausverstand ausgestatteter Hund Struppi. Hund wie Herrl sprachen breites Wienerisch. Den Text zeichnete Kmoch in Sprechblasen, was für die damalige Zeit in deutschsprachigen Comicstrips eher selten war. War der Comicstrip anfangs durchaus politisch orientiert, entpolitisierte Kmoch die Geschichten mit dem veränderten politischen Klima nach dem Bürgerkrieg 1934, zumal "Das Kleine Blatt" als Sprachrohr der Regierung fungierte. Jetzt gingen Seicherl und Struppi oft auf Reisen, wodurch Kmoch politische Stellungnahmen vermeiden konnte.

Nach dem "Anschluss" Österreichs an das Deutsche Reich gingen die beiden noch mehr auf Reisen, schließlich wurde der Strip im Juli 1939 eingestellt, nicht zuletzt da Kmoch zur Wehrmacht musste, wo er als Kartenzeichner arbeitete. Nach der Rückkehr aus der englischen Kriegsgefangenschaft zeichnet er den Seicherl von 1958 bis 1961 wieder für einige Wiener Zeitungen, konnte aber an der Erfolg, den die Serie in den 30er Jahren hatte, nicht mehr anschließen.

In die Tradition des Zeitungscomicstrips fallen auch die Comicstrips des Obdachlosen Gustl, die regelmäßig in der Wiener Straßen- beziehungsweise Obdachlosenzeitung "Der Augustin" erscheinen. Gezeichnet werden sie von dem Wiener Cartoonisten und Comic-Zeichner Thomas Kriebaum (Jahrgang 1968). Zum zwanzigjährigen Jubiläum der Zeitung erscheint übrigens der dritte Sammelband mit allen Geschichten von Gustl, dem Obdachlosen, aus den letzten fünf Jahren. Die Geschichten betonen Hausverstand und Menschlichkeit und machen sich über Situationen lustig, in denen diese beiden fehlen. In diesem Sinn ist Gustl durchaus ein sehr politisches Comic. Neben Gustl hat Kriebaum noch andere im Luftschacht-Verlag erschienene Comics gezeichnet, etwa "Leben – Ein Leitfaden" (2010) oder "Kleiner Tod" (2011). Kriebaum wurde vom Bundesministerium mit dem Outstanding Artist Award 2010 im Bereich "Karikatur und Comic" ausgezeichnet.