Danach werden die Tickets nach dem "Windhundverfahren" vergeben - also first come, first serve. Maximal vier Ländergrenzen innerhalb von 30 Tagen dürfen mit dem Ticket überschritten werden. Aufgaben haben die Jugendliche neben dem Reisen auch: Unter dem Hashtag #DiscoverEU sollen sie auf Sozialen Medien von ihrer Reise berichten. Wocelka reiste alleine durch Europa: "Ohne dieses Ticket hätte ich mich das nicht getraut." Deshalb wisse sie auch die Facebook Gruppe #DiscoverEU zu schätzen, die von der Europäischen Kommission verwaltet wird und die den Jugendlichen die Möglichkeit gibt, sich während der Reise zu vernetzten.

Für all jene, die es in der ersten Runde nicht geschafft haben, ein Ticket zu ergattern, gibt es gute Neuigkeiten: Am 29. November öffnet eine zweite Bewerbungsrunde für 12.000 Jugendliche, die bis zum 31. Dezember 18 Jahre alt und Staatsangehörige eines EU-Mitgliedstaates sind. Die Interrail-Pässe, die vergeben werden, sind dann zwischen 15. April und 31. Oktober 2019 gültig.

Für ein neues Netzwerk

Die EU-Kommission will das Projekt weiter ausbauen. Wenn das Parlament und die EU-Staaten zustimmen, dann werden zwischen 2021 und 2027 700 Millionen Euro bereitgestellt, damit 1,5 Millionen Jugendliche die Möglichkeit haben, die Reisefreiheit in Europa persönlich zu genießen. Doch das Ziel sei es, allen 18-Jährigen diese Chance zu bieten.

Wie würde die EU in zehn Jahren mit einem solchen Ticket aussehen? Martin Speer: "Europa wäre ein anderes Europa, weil eine ganze Generation vereint wäre durch eine Erfahrung, eine Reiseerfahrung, eine Erfahrung die Freundschaften schließt und Grenzen überwindet, und das würde ein ganz anderes Fundament für die europäische Einigung schaffen."