WWW. Das fleißige Datensammeln von Facebook beginnt bereits bei der Anmeldung. Denn nur wer Name, Wohnort, Geburtstag, Geschlecht und E-Mail-Adresse angibt, darf das soziale Netzwerk nutzen. Die Daten, die Facebook über den einzelnen Nutzer sammelt, lassen sich in verschiedene Kategorien einteilen: Zum einen jene Daten, die aktiv und selbständig eingegeben werden, zum anderen die Metadaten, die "nebenbei" noch mitgenommen werden.

In die erste Kategorie fallen neben den bereits erwähnten Anmeldedaten, auch weitere persönliche Angaben, die die Nutzer aktiv eintragen - Schule, Schulbildung, Arbeitsplatz und Ähnliches. Bei der tagtäglichen Nutzung des sozialen Netzwerkes kommen viele weitere solcher Daten hinzu: durch "Gefällt mir"-Angaben, Kommentare, Statusmeldungen, das Eingehen von Freundschaften, die Teilnahme an Gruppen und Veranstaltungen, Verlinkungen und Postings, die Kommunikation über die Mail- und Chat-Funktionen und vieles mehr.

Die Metadaten und deren Bedeutung

Interessant wird es dann beim Thema Bilder beziehungsweise Videos. Nicht nur der offensichtliche Inhalt (Gesichter, Emotionen, Speisen, etc.), es gibt ja mittlerweile auch die Möglichkeit eine Gesichtserkennung zu nutzen, sondern auch die "unsichtbaren" Metadaten der Inhalte werden gesammelt. Zu diesen so genannten Metadaten zählen unter anderem Standort und Zeitpunkt, an welchen das Foto gemacht wurde. Dazu gehören aber auch Daten zu Kamera oder Smartphone mit dem die Inhalte erstellt wurden. Auch mit welchen Endgeräten - Tablet, Smartphone oder PC  - auf den Dienst zugegriffen wurde, wird gespeichert und damit natürlich auch nähere Details zu diesen, etwa das verwendete Betriebssystem. Natürlich speichert dies nicht nur Facebook. Nahezu alle Dienste im Internet machen dies, da sie diese Daten auch für die Bereitstellung einer reibungslosen Funktionalität oder Benutzerfreundlichkeit benötigen. Wer sich nicht aus Facebook und Co. ausloggt, der liefert den Anbietern ein ziemlich konkretes Bewegungsprofil. Was bei Facebook weniger auffällt, aber sich etwa bei Google Maps deutlich zeigt - hier wird jene Adresse, an der Google am häufigsten bestimmtes Verhalten ausmachen kann, als Wohnort markiert.

Die künstliche Intelligenz

Gerade das Beispiel der Bilderkennung durch künstliche Intelligenz zeigt, wie Facebook Daten nutzbar macht. Die wahre technische Leistung liegt im Auswerten der miteinander verbundenen Daten und das Schaffen von neuen Zusammenhängen. Besonders unübersichtlich für den Anwender wird es dann, wenn auch noch mehrere Datentöpfe angezapft werden - etwa Facebook in Kombination mit Instagram oder WhatsApp. Und dann kommt noch der unglaubliche große Teil an Informationen von Datenhändlern, Cookies von Webseitenbesuchen oder Online-Shopping-Aktivitäten sowie Marktforschungsunternehmen.