Der Stromnetzbetreiber APG (Austrian Power Grid) wird bis 2030 rund 3,1 Milliarden Euro in den Ausbau und die Modernisierung des Stromnetzes investieren. Das sind rund 16 Prozent der insgesamt 18 Milliarden Euro, die die E-Wirtschaft in den kommenden zehn Jahren in den Netzausbau investieren wird. Den entsprechenden Netzentwicklungsplan (NEP 2020) der APG, in dem alle geplanten und in Bau befindlichen Projekte enthalten sind, hat die E-Control vor wenigen Tagen genehmigt.

Der aktuelle Netzentwicklungsplan sieht Aus- und Neubauprojekte bei Leitungen und Umspannwerken in ganz Österreich vor. "Hauptreiber dabei sind die stark wachsenden Produktionskapazitäten im Bereich der Erneuerbaren sowie der steigende Bedarf an grünem Strom von Wirtschaft und Industrie", sagte der technische Vorstand der APG, Gerhard Christiner, am Donnerstag laut Mitteilung. "Für deren optimale Integration in das Stromnetz werden die Übertragungskapazitäten sukzessive erhöht und neue Umspannwerke errichtet."

"Nicht zuletzt das Ziel, Österreich bis 2030 bilanziell zu 100 Prozent mit Erneuerbaren Energieträgern zu versorgen, macht den Ausbau der Übertragungsinfrastruktur notwendig", sagte E-Control-Vorstand Andreas Eigenbauer.

Erneuerbaren-Ausbaugesetz wird berücksichtigt

Im NEP 2020 - der Netzentwicklungsplan wird jährlich erstellt und vom Energieregulator per Bescheid genehmigt - seien die aktuellen Entwicklungen rund um die Beschlussfassung des Erneuerbaren Ausbau Gesetzes (EAG) noch nicht vollständig berücksichtigt, betonten die APG-Vorstände. Der NEP gilt immer für zehn Jahre, wobei die Projekte der nächsten drei Jahre verpflichtend umzusetzen sind.

Der NEP 2020 der APG umfasst insgesamt 36 Netzausbauprojekte. Im Vergleich zum NEP 2019 wurden drei Projekte bereits in Betrieb genommen und zwei neue Projekte in den NEP aufgenommen.

Zu den wichtigsten und größten APG-Projekten zählen die Errichtung der Salzburgleitung, die Weinviertelleitung, das Projekt Zentralraum Oberösterreich, die Deutschlandleitung (Ausbau der Übertragungskapazität zwischen Deutschland und Österreich), das Reschenpass-Projekt (Ausbau der Übertragungskapazität zwischen Österreich und Italien) sowie etliche Ausbauten und Neuerrichtungen von Umspannwerken (z.B. Villach Süd, Klaus, Matrei, Mürztal, Wien Ost, Innkreis, Prottes). (apa)